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Samstag, Mai 28, 2022

Das erwartet Bochum nach dem Spielabbruch

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Nach dem Abbruch des Bundesligaspiels zwischen Bochum und Gladbach geht die Suche nach dem Becherwerfer weiter. Derweil kochen die Emotionen beim VfL hoch. Auch von Schadenersatzansprüchen ist die Rede.

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Nach dem Becherwurf-Eklat mit anschließendem Spielabbruch beim Bundesliga-Duell des VfL Bochum mit Borussia Mönchengladbach sucht die Polizei nun nach dem oder der Verantwortlichen.

“Im Falle einer Identifizierung wird der VfL weitere Schritte einleiten, zum Beispiel Stadionverbot, Vereinsausschluss oder Einzug der Dauerkarte, und behält sich Schadenersatzansprüche vor”, teilte der Verein am Samstag mit: “Denn wir gehen davon aus, dass der VfL verbandsseitig bestraft wird.”

Die Auswertung der Bilder laufe noch, der VfL werde die Polizei bei ihren Ermittlungen tatkräftig unterstützen. Der Bundesligist behalte sich unter anderem “Schadenersatzansprüche” vor.

Schiedsrichter: “Spielabbruch einfach alternativlos”

Schiedsrichterassistent Christian Gittelmann war am Freitagabend in der 68. Minute beim Stand von 2:0 für die Gäste aus Mönchengladbach von einem Bierbecher getroffen worden. Schiedsrichter Benjamin Cortus unterbrach die Partie vor 25.000 Zuschauern im Ruhrstadion zunächst und brach sie rund eine Viertelstunde später ab.

“Bei einem tätlichen Angriff auf einen Spieloffiziellen, in dem Fall den Schiedsrichter-Assistenten, ist ein Spielabbruch einfach alternativlos”, sagte Cortus bei DAZN. Der Becher habe Gittelmann klar am Kopf getroffen, sagte Cortus. “Er war benommen, ist ins Krankenhaus gebracht worden und wird dort entsprechend untersucht”, sagte der Hauptschiedsrichter. Florian Heft, Cortus’ zweiter Assistent, habe Gittelmann ins Krankenhaus begleitet.

VfL-Keeper mit emotionalem Post

Der Wurf sorgte auch bei den Spielern für Unverständnis und Wut. “Sehr traurig, dass sich sowas VfL Bochum Fan nennt!”, schrieb Manuel Riemann bei Instagram. Der Bochumer Keeper war nach der Spielunterbrechung aus seinem Tor gelaufen und hatte in Richtung der Fans auf dem Tribünenabschnitt, aus dem der Becher geflogen kam, gebrüllt.

Vorstandschef Hans-Peter Villis setzt derweil auf Selbstreinigung in der Fanszene. “Ich hoffe, dass unsere Anhänger den Werfer anschwärzen. Wir werden denjenigen sicher finden. Mit solchen Fans wollen wir nichts zu tun haben”, sagte Villis der Bild-Zeitung: “Sowas habe ich in 55 Jahren beim VfL Bochum nicht erlebt. Ich bin stinksauer.”

Letzter Spielabbruch in der Bundesliga 2011

Der derzeit verletzter VfL-Stürmer Simon Zoller wurde ebenfalls deutlich. “Wir, der VfL Bochum, schreiben seit knapp zwei Jahren eine unfassbare Geschichte. Diese Aktion ist einfach nur respektlos gegenüber all denen, die sich jeden Tag den Arsch aufreißen, um diese Reise zu erleben! Geschweige denn dem Linienrichter! DU hast im Stadion nichts verloren!”, schrieb der 30-Jährige bei Twitter.

“Es ist natürlich anzunehmen, dass das Spiel gegen uns gewertet wird”, sagte Bochums Co-Trainer Markus Gellhaus, der den mit dem Coronavirus infizierten Chefcoach Thomas Reis an der Seitenlinie vertrat.

Davon ist tatsächlich auszugehen. 2011 ereignete sich in Hamburg ein ähnlicher Fall. Beim Spiel FC St. Pauli gegen den FC Schalke 04 wurde Schiedsrichterassistent Thorsten Schiffner ebenfalls von einem Becher getroffen. Die Partie wurde beim Stand von 2:0 für Schalke abgebrochen und später 2:0 für die Gelsenkirchener gewertet.

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