Trotz Forderungen nach Rückzug
SPD-Chefin Esken erhebt Anspruch auf führende Rolle
26.02.2025 – 16:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Saskia Esken will eine zentrale Rolle in möglichen Koalitionsverhandlungen spielen. Aus der Partei erfährt sie jedoch Widerstand.
Die SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken beansprucht eine führende Position in möglichen Sondierungs- und Koalitionsgesprächen mit der Union. „Sondierungen und Koalitionen werden von Parteien verhandelt. Insofern versteht es sich, dass die Parteivorsitzenden die Delegation zu diesen Gesprächen anführen“, erklärte ein SPD-Sprecher auf Anfrage des „Tagesspiegel“ am Mittwoch.
Ob Esken darüber hinaus ein Ministeramt oder die Vizepräsidentschaft des Bundestages anstrebt, ließ der Sprecher offen. Er betonte, dass Regierungsämter traditionell erst am Ende von Koalitionsverhandlungen festgelegt würden. In SPD-Kreisen kursiert jedoch die Annahme, Esken könnte für den Posten einer Bundestagsvizepräsidentin infrage kommen.
Am heutigen Mittwoch wurde der SPD-Co-Vorsitzende Lars Klingbeil mit 85,6 Prozent der Abgeordnetenstimmen zum neuen Fraktionsvorsitzenden der SPD gewählt, womit er Rolf Mützenich in seiner bisherigen Rolle ablöst.
Reiter plädiert für eine stärkere Positionierung der SPD in der politischen Mitte und sieht Esken eher als Vertreterin des linken Parteiflügels. Ihre skurrilen Auftritte in der Vergangenheit seien für ihn ein Problem gewesen, so Reiter. Während Personalentscheidungen für die SPD von zentraler Bedeutung sind, betonte Reiter, dass der Fokus nun auf einer schnellen Regierungsbildung liegen müsse: „Jeder Monat, in dem es jetzt keine Regierung gibt, wird der AfD neues Futter geben.“