SPD fordert höhere Preise für Cola und Softgetränke – wegen zu viel Zucker

Wie in Großbritannien

SPD fordert höhere Cola-Preise

07.02.2026 – 06:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Coca-Cola und der Zucker: Großbritannien führt am 6. April eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke ein. (Quelle: Bychykhin_Olexandr/getty-images-bilder)

In anderen Ländern kosten Getränke mit viel Zucker bereits mehr. Nun könnte die auch in Deutschland kommen.

Die SPD fordert eine Zuckerabgabe auf stark gesüßte Getränke. Dies solle ernährungsbedingte Krankheiten eindämmen, betont der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, bei der „Bild“. Er fordert, Produzenten müssten ihre Rezepturen anpassen, damit der Zuckergehalt spürbar sinkt. „Ein hoher Konsum zuckerhaltiger Produkte – besonders von Softdrinks – fördert Übergewicht, Adipositas und Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes“, sagt Pantazis.

Vorgesehen ist nach seinen Vorstellungen ein zweistufiges Modell: Ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter würden zusätzliche Abgaben fällig, ab acht Gramm steige der Satz weiter. Für Verbraucher bedeutete das Aufschläge von rund 20 bis 30 Cent pro Liter, je nach Zuckergehalt. Pantazis verweist auf Erfahrungen aus Großbritannien und auf Berechnungen, die langfristige Einsparungen im Gesundheitswesen erwarten lassen.

Laut Panatazis könnten in 20 Jahren so 10,8 bis 16,0 Milliarden Euro an gesamtgesellschaftlichen Kosten eingespart werden – darunter bis zu rund vier Milliarden Euro im Gesundheitssystem. „Eine solche Abgabe ist kein Selbstzweck. Sie ist eine gezielte Präventionsmaßnahme, um Übergewicht, Diabetes und andere Folgeerkrankungen zu reduzieren – gerade bei Kindern“, erklärt er.

Medizinische Unterstützung erhält der Vorstoß unter anderem von Kassenärzte-Chef Andreas Gassen. Er betont die gesundheitlichen Risiken hohen Zuckerkonsums und den Schutzbedarf junger Menschen. „Die Liste der Gesundheitsschädigungen durch übermäßigen Zuckergenuss ist lang. Gerade Kinder und Jugendliche müssen hiervor in einem präventiven Ansatz geschützt werden“, sagt Gassen. Eine Steuer könne helfen, den Zuckergehalt in Getränken zu senken und damit auch den Konsum insgesamt.

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