Wahlkampf trotz Krankschreibung?

SPD erhöht Druck auf die Spitzenkandidatin für Berlin-Mitte

11.04.2026 – 11:43 UhrLesedauer: 1 Min.

Die Spitze des SPD-Kreisverbands in Berlin-Mitte ist für eine schnelle Klärung der Spitzenkandidatur (Symbolbild): Sie wollen eine neue Nominierung. (Quelle: Christophe Gateau/dpa/dpa-bilder)

Der Kreisvorstand hat Francisco dos Santos zum Rücktritt aufgefordert – sie lehnt ab. Am Dienstag soll eine neue Nominierung eingeleitet werden.

Die SPD Berlin-Mitte steht kurz vor einer Zwangsablösung ihrer eigenen Spitzenkandidatin: Uta Francisco dos Santos hat die Rücktrittsbitte des geschäftsführenden Kreisvorstands bislang nicht erfüllt.

Das teilten die Kreisvorsitzenden Annika Klose und Yannick Haan am Freitagabend mit. Sie kündigten daraufhin an: „Wir werden daher dem Kreisvorstand am Dienstag vorschlagen, eine neue Nominierung vorzunehmen und alle dafür erforderlichen weiteren Schritte unverzüglich einzuleiten, sollte ein freiwilliger Verzicht nicht erfolgen“.

Auslöser sind laut Kreisverband Berichte über Wahlkampfaktivitäten trotz Krankmeldung. Klose und Haan begründeten den Schritt damit, Francisco dos Santos sei nicht transparent mit ihrer persönlichen und beruflichen Situation umgegangen. Dadurch hätten sich schwerwiegende Fragen ergeben, die geklärt werden müssten.

Francisco dos Santos wies die Darstellung zurück. Über einen Anwalt ließ sie mitteilen, sie sei seit längerer Zeit krankgeschrieben. Ein ärztliches Attest bescheinige jedoch, dass ihre Kandidatur den Genesungsprozess nicht behindere. Mehr dazu hier.

Bei einer Delegiertenversammlung am 20. November war Francisco dos Santos auf Platz eins der SPD-Liste für die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung in Mitte gesetzt worden – und damit auch als Kandidatin für das Bezirksbürgermeisteramt nominiert. Die Bezirkswahl findet am 20. September statt.

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