
„Schlägt jetzt hohe Wellen“
„Probleme mit Männergruppen“: Spaßbad reagiert drastisch
13.01.2026 – 13:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Immer wieder ärgern sich Badegäste über Männergruppen, es kommt sogar zu einer Messerstecherei. Die Reaktion des Spaßbades löst Diskussionen aus.
Mehrere spezielle Einlassregeln der Havel-Therme im brandenburgischen Werder stoßen derzeit auf ein massives Echo in Medien und sozialen Netzwerken. Im Gespräch mit t-online stellt die Therme einiges klar.
Am Dienstag hatte die „Bild“-Zeitung zuerst über die vermeintlich neuen Regeln berichtet, die allerdings nicht neu sind, wie eine Sprecherin der Therme t-online bestätigte: Bereits seit Ende 2024 habe man das neue Sicherheitskonzept umgesetzt. „Aber es schlägt jetzt hohe Wellen.“ Konkret sehen die Regeln vor, dass „auf ein ausgewogenes Verhältnis der biologischen Geschlechter“ geachtet wird, wie es auf der Homepage der Therme heißt.
Das bedeutet: Männer und Frauen sollen ungefähr gleichermaßen in der Therme vertreten sein. Ein Geschlecht darf das andere um maximal 20 Prozent überwiegen. Ist die Grenze erreicht, wird weiteren Männern oder Frauen der Zutritt so lange verweigert, bis das Verhältnis wieder ausgeglichener ist – unabhängig davon, ob man ein Ticket gebucht hat.
Eine spezielle Regel gibt es für Gruppen ab drei Personen: Diese dürfen grundsätzlich nur bei vorheriger Anmeldung per E-Mail die Therme besuchen. Sie müssen außerdem vorab ihre Personalien angeben. Nur für Familien mit Kindern gilt das Prozedere nicht.
Im Gespräch mit t-online erklärt die Thermen-Sprecherin, wie es zu den verschärften Regeln kam: „Es kamen immer wieder Frauen auf uns zu, die sich beschwert haben.“ Sie hätten auf die zu hohe Lautstärke hingewiesen oder angegeben, von Männern begafft worden zu sein. Der „Bild“-Zeitung sagte Geschäftsführer Andreas Schauer: „Wir hatten große Probleme, vor allem mit Männergruppen, die teils auch noch alkoholisiert waren.“ Die Belästigungen seien bis hin zu „Begrapschungen von Gästen und Personal und sogar Messerstechereien auf dem Parkplatz“ gegangen.
Doch was hat die Regel gebracht? Gut ein Jahr nach der Einführung zieht die Thermen-Sprecherin ein positives Fazit: „Es ist deutlich entspannter und es gibt viel weniger Vorfälle, bei denen wir die Polizei rufen müssen.“ Das Feedback von den Kunden sei durchweg positiv.
In den sozialen Medien hingegen zeigt sich ein eindeutiges Echo: Die AfD etwa nutzt die Berichterstattung, um politische Forderungen zu stellen: „Dank CDU-Migrationspolitik bist Du nirgendwo mehr sicher“, schrieb die Partei auf X. Auch viele Kommentare gehen in die gleiche Richtung: „Hast du offene Grenzen, hast du keine offenen Schwimmbäder mehr“, heißt es in einem Beitrag.