
Millionen-Coup in Gelsenkirchen
Brisante Details: Razzia in Sparkasse
Aktualisiert am 07.01.2026 – 07:05 UhrLesedauer: 3 Min.
Nach dem Millionen-Coup in Gelsenkirchen durchsucht die Polizei die betroffene Sparkasse. Sie soll nicht ausreichend kooperiert haben. Gleichzeitig könnte es einen Insider gegeben haben.
Nach dem spektakulären Einbruch in eine Gelsenkirchener Sparkasse hat die Polizei am Dienstag das Gebäude durchsucht. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, sicherten die Beamten dabei Datenträger und Kundendaten. Ein Polizeisprecher stellte im Gespräch mit der dpa klar: „Wir haben keinen Verdacht gegen irgendwen.“ Das gelte sowohl für die Bank als auch für einzelne Mitarbeiter. Vielmehr gehe es nun darum, sich einen Überblick zu verschaffen.
Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll die Bank bislang die Kooperation zumindest in Teilen verweigert haben, vor allem in Bezug auf die freiwillige Herausgabe von Informationen. Dies sei damit begründet worden, dass man die geschädigten Kunden schützen wolle. Die Ermittler sollen diese Daten jedoch benötigen, um ihre Arbeit zu können.
Wie „Focus Online“ mit Verweis auf Sicherheitskreise berichtet, geht es konkret um die Frage, wann und welche Depotbesitzer die Sparkasse in den vergangenen Tagen aufgesucht haben. Diese Informationen sollen ebenso wie Daten zu den Schließfächern und Kunden zurückgehalten worden sein. Daraufhin habe die zuständige Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht einen Beschluss erwirkt, der nun zur Razzia in den Büroräumen der betroffenen Sparkassen-Filiale führte.
Ferner will „Focus Online“ aus Sicherheitskreisen erfahren haben, dass es einen Insider bei dem Einbruch gegeben haben soll. So sollen die Täter offenbar genau über die Gegebenheiten rund um die Sparkasse im Bilde gewesen sein. Zusätzlich hätten sie sich über Chips Zugang zu einer Tiefgarage verschafft, die zu weiteren Räumen bis zur Beton-Stahl-Wand des Schließfachdepots führte. Die letzte Tür wurde offenbar mit einer Codekarte geöffnet, über die die Täter verfügt haben sollen.
Sie drangen anschließend in einen Archivraum der Filiale im Stadtteil Buer ein und bohrten von dort aus ein großes Loch in den Tresorraum. Entdeckt wurde der Einbruch am vergangenen Montag nach einem Alarm der Brandmeldeanlage. Die Täter sind weiterhin flüchtig.
Die Beutetour erstreckte sich möglicherweise über mehrere Tage. Wie die dpa unter Berufung auf die Polizei berichtet, wird der Schaden noch ermittelt und könnte im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen – oder sogar deutlich darüber. Die betroffene Sparkassen-Filiale bleibt vorerst geschlossen. Der geplünderte Tresorraum wurde von der Polizei versiegelt. Laut einem Sparkassensprecher müssen zunächst Unterlagen und Gegenstände für die Kunden gesichert werden, bevor die Bank ihre Tätigkeit wieder aufnehmen kann.