
„Da tut es mir einfach weh“
DHB-Torhüter mit rührender Geste für fehlenden Kollegen
01.02.2026 – 23:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Justus Fischer verpasste das EM-Finale kurzfristig. Torhüter David Späth dachte mit einer besonderen Aktion an ihn und hat nur Lob übrig.
Gegen die offensivstarken Dänen sollte Justus Fischer vor allem in der Defensive das Spiel um Welthandballer Mathias Gidsel eingrenzen. Doch daraus wurde nichts: Rund eine Stunde vor Beginn des EM-Endspiels teilte der Deutsche Handball-Bund (DHB) mit, dass der 22-Jährige aufgrund eines kurzfristig aufgetretenen Infekts nicht spielen kann.
Ein Umstand, der Torhüter David Spät auch nach dem verlorenen Finale (27:34) noch immer „extrem traurig“ stimmte, „weil er ein überragendes Turnier gespielt hat“, sagte er in einer Medienrunde nach dem Endspiel. Späth zog auch bei der Medaillenübergabe das Trikot von Justus Fischer über sein eigenes. Beide verbindet eine enge Freundschaft.
„Da tut es mir einfach weh. Er ist heute aufgewacht und es ging ihm schon nicht gut“, rekapitulierte der 23-Jährige den Morgen. „Er ist noch mit in die Halle gefahren und ich habe gesehen, er war kreidebleich. Es ging gar nichts“, ließ Späth keine Diskussionen um einen möglichen Einsatz aufkommen.
Der Torhüter freute sich dennoch, dass Fischer sein ganzes Talent im Rahmen der Nationalmannschaft bei der EM zeigen konnte. „Wir wissen alle, was er kann. In der Liga gehört er zu den besten Kreisläufern.“ Fischer habe das gesamte Turnier über eine wichtige Rolle für das DHB-Team eingenommen. „Vor allem das letzte Spiel: 800 Bälle in zehn Minuten zu blocken, ist Wahnsinn“, erinnerte er sich an den Halbfinalsieg gegen Kroatien. Dort blockte Fischer in einem Angriff drei Wurfversuche. Eine ähnliche Leistung hätte die deutsche Mannschaft auch im Finale gebraucht – vor allem, als Abwehrspezialist Tom Kiesler bereits nach 14 Minuten die Rote Karte gesehen hatte.
„Ich hätte es ihm von Herzen gegönnt, das Turnier abzuschließen, und vor allem hätten wir mit ihm noch eine Option mehr gehabt. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre“, sagte Späth. Er wollte das aber nicht als Grund für die Niederlage verstanden wissen, denn den Dänen hätten auch Spieler gefehlt. „Es tut mir einfach von Herzen leid für ihn“, rückte er Fischers Schicksal in den Fokus.