Iran-Krieg

Die Börse setzt auf ein schnelles Ende

16.04.2026 – 16:10 UhrLesedauer: 4 Min.

Donald Trump: Wie lange wird der Krieg mit dem Iran noch gehen? (Quelle: IMAGO/Salwan Georges – Pool via CNP/imago)

Die US-Börsen steigen, obwohl der Krieg mit dem Iran keineswegs vorbei ist. Das wirkt widersprüchlich – folgt an den Märkten aber einer eigenen Logik.

Die Wall Street hat den anhaltenden Krieg mit dem Iran zuletzt erstaunlich gelassen aufgenommen. Der S&P 500 beendete am Mittwoch den Handel mit einem Anstieg um 0,8 Prozent auf 7.022,95 Punkte und übersprang damit erstmals in seiner Geschichte die Marke von 7.000 Punkten. Der Nasdaq legte um 1,6 Prozent auf 24.016,02 Zähler zu und erreichte ebenfalls einen Rekordstand, während sich der Dow Jones kaum bewegte.

Bemerkenswert ist insbesondere der größere Zusammenhang: Der S&P 500 hat damit die Verluste aus den ersten Tagen des Krieges nicht nur wettgemacht, sondern liegt wieder klar darüber.

Seit der Ankündigung einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen den USA und dem Iran in der vergangenen Woche haben die großen US-Indizes deutlich zugelegt. Das ist nur auf den ersten Blick widersprüchlich. Denn Börsen handeln nicht die Gegenwart, sondern Erwartungen.

Genau darauf setzt der Markt derzeit. Neben der Waffenruhe gibt es Signale, dass Teheran in den Gesprächen mit Washington von seiner harten Linie abrücken könnte. Insidern zufolge erwägt der Iran eine teilweise Öffnung der Straße von Hormus. Über die Meerenge laufen rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte. Für Anleger ist das die entscheidende Nachricht: Nicht, weil der Krieg damit beendet wäre. Sondern weil damit das Szenario eines kontrollierbaren Konflikts plausibler wird.

An den Märkten zählt selten, ob eine Lage gut ist. Entscheidend ist oft, ob sie weniger schlimm verläuft als befürchtet. Genau das scheint hier der Fall zu sein. Zu Beginn des Krieges dominierten Sorgen vor einer langen Eskalation, einem dauerhaften Energieschock und neuen Belastungen für die Weltwirtschaft. Nun setzen viele Anleger darauf, dass es zwar gefährlich bleibt, der schlimmste Fall aber ausbleibt.

Diese Logik erklärt auch, warum selbst stockende Gespräche die Kurse nur kurz belastet haben. Die Hoffnung auf neue Verhandlungen reicht oft schon aus, um Rücksetzer wieder auszugleichen. Art Hogan von der US-Finanzfirma B. Riley Wealth sprach von einem „vorsichtig optimistischen“ Markt. Thomas Altmann von QC Partners sagte, die Hoffnung auf eine Verlängerung des Waffenstillstands treibe Anleger zurück in Aktien.

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