Gebleichte Korallen können sich erholen
Die wiederkehrenden Phasen von Störung und Erholung können die farbenprächtigen Korallengärten in von Algen überwachsene Meereslandschaften kippen lassen. Die Auswirkungen hängen unter anderem davon ab, wie stark und wie lange die Korallen mariner Hitze ausgesetzt sind. Gebleichte Korallen sind extrem gestresst, können sich, wenn es etwa kühler wird, aber wieder erholen. Mit der fortschreitenden Erderwärmung geraten diese Zyklen jedoch zunehmend aus dem Gleichgewicht.
„Wir sehen die dem Riff innewohnende Widerstandsfähigkeit, seine Fähigkeit, sich zu erholen, wenn die Zeiträume es zulassen und nicht so viele Belastungen vorhanden sind“, sagte der leitende Wissenschaftler der Great Barrier Reef Marine Park Authority, Dr. Roger Beeden, im Interview mit der australischen ABC. Demgegenüber stehe jedoch, dass das Ökosystem unter zunehmendem Druck gerate. Seine Behörde ist für den langfristigen Schutz und die nachhaltige Nutzung des Schutzgebiets rund um das Riff zuständig.
Besorgniserregend ist den Forschern zufolge, dass sich der Zustand des Riffs in den vergangenen 15 Jahren dramatisch verschlechtert hat. Besonders verheerend war die Massenkorallenbleiche von 2024, bei der eine rekordverdächtige Hitzewelle im Meer Korallenriffe von der Karibik bis zum Indischen und Pazifischen Ozean bleichte. Sie verursachte den größten jemals in zwei Regionen gemessenen Rückgang der Korallen innerhalb eines Jahres.
Auch das für vorhergesagte El-Niño-Wetterphänomen könnte eine weitere Belastung für das Riff bedeuten, sagte Beeden. „Wir wissen aus der Vergangenheit, dass El Niño-Ereignisse zu weitverbreiteter, schwerer Korallenbleiche geführt haben, daher heißt es wohl abwarten und beobachten, was im kommenden Sommer passiert.“
Bleichen werden durch die Erderwärmung wahrscheinlicher
Wichtig sei es, entschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um die globalen Treibhausgasemissionen zu reduzieren. „Die Realität des Klimawandels ist, dass solche Ereignisse immer wahrscheinlicher werden: das Risiko von marinen Hitzewellen, die zur Korallenbleiche führen können.“ Korallenbleichen seien ein modernes Phänomen, so Beeden.
Das weltgrößte Riff gehört seit 1981 zum Unesco-Weltnaturerbe. Das Naturwunder, das sogar aus dem Weltraum zu sehen ist, ist wegen der Meereserwärmung zunehmend in Gefahr. Es kommen aber noch andere Faktoren hinzu: Dazu zählen schlechte Wasserqualität, korallenfressende Dornenkronen-Seesterne sowie Wirbelstürme und Unwetter.
