Ehemaliger Kölner OB
Fritz Schramma ist tot: Dieser Schicksalsschlag prägte sein Leben
Aktualisiert am 18.08.2026 – 15:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Fritz Schramma ist tot. Der ehemalige Kölner Bürgermeister wurde 78 Jahre alt – im Laufe seiner Amtszeit mussten er und seine Frau Ulla mehrere Krisen überstehen.
Der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma ist tot. Das gab die Stadt Köln am Dienstag bekannt. Schramma, vom 17. September 2000 bis zum 20. Oktober 2009 das Kölner Oberhaupt, wurde 78 Jahre alt. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hatte Schramma eine fortgeschrittene Krebserkrankung öffentlich gemacht. Ebenfalls 2025 trat er aus der CDU aus.
Während seiner Amtszeit, am 3. März 2009, stürzte das Kölner Stadtarchiv ein – für seinen Umgang mit der Krise wurde Schramma heftig kritisiert, sodass er schließlich bekannt gab, nicht erneut für das Amt des Kölner Oberbürgermeisters zu kandidieren. Doch für Schramma war der Einsturz des Stadtarchivs nicht die einzige Katastrophe während seiner Zeit als Oberhaupt der Stadt.
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Köln: Sohn von Fritz Schramma stirbt durch illegales Rennen
Nur ein knappes halbes Jahr nach seinem ersten Amtsantritt wurde Schrammas Sohn Stephan bei einem Verkehrsunfall getötet. Stephan Schramma, der damals 31 Jahre alt war, war am 31. März 2001 als Fußgänger am Rudolfplatz in der Innenstadt unterwegs, als ein Autofahrer in die Menschenmenge auf dem Platz raste. Der Fahrer hatte sich mit einem weiteren Raser ein illegales Straßenrennen geliefert.
„Nach dem Unglück habe ich mir eine Auszeit von einer Woche genommen. Stephan hätte gewollt, dass ich weitermache“, sagte Fritz Schramma in einem Gespräch mit dem Magazin „KölnerLeben“. „Er hatte mich im Wahlkampf unterstützt, den ich ein halbes Jahr vorher gewonnen hatte.“ Seine Frau, die gemeinsame Tochter und er seien nach dem Tod des Sohnes und Bruders noch enger zusammengerückt, schilderte Schramma weiter.
Fritz Schramma und Frau Ulla gründen „Kölner Opferhilfe e.V.“
„Stephan ist für uns präsent, wenn auch nicht anwesend. Der Schmerz vergeht nicht einfach so, sondern wir leben mit dem Verlust und den Verlust erlebt man auch immer wieder“, schilderte er sein Gefühlsleben in dem Magazin weiter. Seine Familie, sein Glauben, die Arbeit und auch sein ehrenamtliches Engagement hätten ihm geholfen, den Verlust seines Sohnes zu überstehen.
Ein Jahr nach dessen Tod gründeten Fritz Schramma und seine Frau Ulla den Verein „Kölner Opferhilfe“, der der Unterstützung und Betreuung von Gewalt- und Unfallopfern dient. Die Gründung des Vereins sei im Sinne seines Sohnes gewesen, erklärte Schramma. „Er hatte das Gefühl, die Rechtsprechung würde die Opfer vernachlässigen und sie dadurch ein zweites Mal bestrafen. Genau das haben wir dann selbst im Prozess erlebt, als die Raser mit Bewährungsstrafen davongekommen sind.“
