
Söder-Vorstoß zur Mehrarbeit
Grüner: „Die CDU verkommt zur Partei der Bonzen“
02.02.2026 – 16:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Markus Söders Vorstoß zur Mehrarbeit bekommt politischen Gegenwind. Der Grünen-Politiker Timon Dzienus hält ihn für Unsinn.
Söder hatte am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ gesagt: „Eine Stunde Mehrarbeit in der Woche würde uns enorm viel Wirtschaftswachstum bringen und ist wirklich nicht zu viel verlangt.“ Söder forderte außerdem einen schrittweisen Abbau der sogenannten Rente mit 63, also der abschlagsfreien frühzeitigen Rente für besonders langjährig Versicherte.
„Draußen ist es kalt, aber vielleicht sollten Markus Söder und die CDU trotzdem mal das Fenster auf Kipp machen“, kritisierte der Grünen-Sozialpolitiker Dzienus. Die CDU verkomme zur „Partei der Superreichen, Privilegierten und Bonzen“. Es handele sich um eine „Agenda gegen die arbeitende Bevölkerung“. Dzienus sagte weiter: „Erst drohen sie den Menschen im Bürgergeld mit Obdachlosigkeit, jetzt folgt die Kampagne gegen die arbeitende Bevölkerung.“
Kritik an Söders Äußerung kam auch von der SPD. Die Sozialpolitikerin Annika Klose sagte etwa, die deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leisteten schon sehr viel. Die wenigsten scheuten sich, auch „mal eine Stunde mehr zu arbeiten“, so die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion im RTL/ntv-„Frühstart“. Sie verwies zugleich darauf, dass die Festlegung von Arbeitszeiten Sache der Tarifpartner und nicht des Gesetzgebers sei. „Deswegen finde ich die Forderung, ehrlich gesagt, ein bisschen daneben“, sagte Klose.