
„Menschenleere Verteidigungszone“
Erste Details: So will die Nato die Ostflanke schützen
24.01.2026 – 04:31 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein Nato-General spricht erstmals offen über den Schutz der Ostflanke. Dabei zoll auch eine Sonderzone eingerichtet werden
Die Nato will in den kommenden zwei Jahren ihre Ostflanke massiv verstärken. Dabei sind deutlich größere Waffenlager sowie der Aufbau einer nahezu menschenleeren Verteidigungszone geplant. „Wir werden spürbar größere Vorräte als bisher in den Nato-Grenzstaaten zu Russland sehen“, sagte Brigadegeneral Thomas Lowin der „Welt am Sonntag“.
Lowin ist Vizechef des Stabes für Operationsführung im Nato-Landkommando im türkischen Izmir. Er erklärte, dazu gehörten „Waffen- und Munitionsdepots zur Wiederbewaffnung der Verteidigungssysteme in der automatisierten Zone, aber auch zur Ausrüstung der Nato-Streitkräfte“. Ziel sei es, auf einen möglichen Angriff vorbereitet zu sein.
Laut Lowin plant die Nato, „ein komplexes, mehrschichtiges Verteidigungssystem entlang der Grenze zu Russland und Weißrussland“ aufzubauen. Dabei sollen nicht nur Soldaten, sondern auch technische Barrieren, automatisierte Systeme und Roboter eingesetzt werden. Die sogenannte automatisierte Zone solle derart gestaltet sein, dass ein Gegner sie „erst einmal überwinden muss“.
Ein System aus Aufklärungssensoren sowie weitgehend automatisierten und Roboter-Waffensystemen soll feindliche Kräfte in einer ersten Phase aufhalten. Gleichzeitig sollen die eigenen Soldaten durch den Einsatz dieser Technik geschont werden. Laut Lowin sei die neue Zone weitgehend menschenleer.
Mit seinen Aussagen äußert sich erstmals ein Nato-General öffentlich zum neuen Verteidigungskonzept namens Eastern Flank Deterrence Line (EDFL). Nach Informationen der Zeitung soll die Umsetzung möglichst bis Ende 2027 abgeschlossen sein.