
Typisch sind Muskelschmerzen jedoch bei den selteneren akuten alkoholbedingten Muskelerkrankungen: Diese können entstehen, wenn alkoholkranke Menschen einen akuten Exzess hinter sich haben, also viel mehr Alkohol getrunken haben als üblich.
Muskelschmerzen sind ein Symptom für viele unterschiedliche Erkrankungen. Die Ursachen können in einer Schädigung der Skelettmuskulatur selbst liegen. Myalgien kommen allerdings auch oft bei Krankheiten vor, die ursprünglich nicht von der Muskulatur ausgehen: etwa bei Stoffwechselstörungen oder Autoimmunerkrankungen.
Muskelschmerzen als Symptom für Muskelerkrankungen
Schmerzhafte Muskelerkrankungen können durch Infektionen entstehen, die zu Entzündungen führen. Ursache hierfür sind für gewöhnlich Bakterien – vor allem Staphylokokken, die meist sehr starke Myalgien hervorrufen. Seltener sind Viren oder Parasiten für entzündliche Muskelerkrankungen verantwortlich.
Manchmal tritt eine entzündliche Muskelerkrankung ohne erkennbare Ursachen auf. Auslöser ist dann wahrscheinlich eine Autoimmunreaktion, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift. Ein Beispiel hierfür ist die Polymyositis, die bei etwa der Hälfte der Betroffenen mit Schmerzen einhergeht.
Auch erblich bedingte Stoffwechselstörungen können schmerzhafte Erkrankungen der Muskulatur verursachen, so etwa das McArdle-Syndrom, bei dem der Kohlenhydratstoffwechsel gestört ist. Dabei kommt es typischerweise zu belastungsabhängigen Schmerzen ähnlich wie Muskelkater. Je nach Art der Belastung können die Muskelschmerzen überall auftreten – etwa in der Kaumuskulatur nach dem Verzehr von zähem Fleisch.
Zudem können Muskelschmerzen ein Symptom für degenerative Muskelerkrankungen sein. Dazu gehören die erblich bedingten Muskeldystrophien vom Typ Duchenne (DMD) und vom Typ Becker (BMD): Bei beiden Erkrankungen ist der Muskelaufbau gestört, sodass die Muskeln immer schwächer werden und an Masse verlieren.
Ebenfalls erbliche Ursachen haben Muskelerkrankungen, deren gemeinsames Merkmal eine Myotonie ist: Dann dauert es nach einer Muskelanspannung länger, bis der Muskel wieder erschlafft, was die Betroffenen als Muskelsteifigkeit empfinden. Dabei kann es vor allem während oder nach körperlicher Aktivität zu Muskelschmerzen kommen. Überwiegend treten die Muskelschmerzen in den Oberschenkeln, den Waden und im Rücken auf.
Muskelschmerzen als Symptom für andere Krankheiten
Zu den Krankheiten, die nicht zuerst die Muskulatur betreffen und trotzdem häufig Muskelschmerzen verursachen, gehören:
Zwei weitere Erkrankungen, die mit schmerzenden Muskeln einhergehen, sind das Fibromyalgie-Syndrom und das myofasziale Schmerzsyndrom. Das myofasziale Schmerzsyndrom ist die häufigste Form von örtlich begrenzten Muskelschmerzen. Ursache ist eine Überbelastung des Muskels. Die betroffene Stelle kann von allein oder bei Druck wehtun.