
Ist Verzicht möglich?
Dafür nutzen die Deutschen ihr Auto
29.01.2026 – 10:17 UhrLesedauer: 3 Min.
Bus und Bahn reichen derzeit nicht: Viele Menschen in Deutschland fühlen sich ohne eigenes Auto eingeschränkt, zeigt eine aktuelle Umfrage.
Das Auto bleibt das Rückgrat der Alltagsmobilität in Deutschland – auch im Jahr 2026. Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag von mobile.de unter 3.006 Deutschen zeigt: Mehr als 80 Prozent der Befragten fühlen sich ohne eigenes Auto in ihrem Alltag eingeschränkt. Besonders in ländlichen Regionen ist der Pkw kein Komfort, sondern Notwendigkeit. Selbst in Städten wie Berlin oder Hamburg geben über die Hälfte an, ohne Auto deutlich an Mobilität zu verlieren. Gründe dafür sind fehlende Alternativen, lange Wege – und ein Alltag, der sich oft nicht mit dem Takt des ÖPNV vereinbaren lässt. Wie autonomes Fahren künftig diese Herausforderung bewältigen kann, muss noch beantwortet werden.
Für viele Menschen in Deutschland ist der eigene Pkw vor allem eines: ein Werkzeug. 87,3 Prozent der Befragten nutzen ihn für Einkäufe und Besorgungen, 77,4 Prozent für private Termine wie Arztbesuche. Auch Freizeitaktivitäten (73,3 Prozent), der Arbeitsweg (53,1 Prozent) und Urlaubsreisen (46,6 Prozent) sind häufige Anlässe für die Nutzung. Über ein Drittel (37,3 Prozent) fährt täglich mit dem Auto, in Flächenländern wie Thüringen, dem Saarland oder Rheinland-Pfalz liegt dieser Anteil sogar über 40 Prozent.
In den Stadtstaaten zeigt sich ein anderes Bild: In Berlin geben nur 23,6 Prozent an, das Auto täglich zu nutzen, in Hamburg sind es sogar nur 15,3 Prozent. Dennoch: Auch in Großstädten fühlen sich viele ohne Auto eingeschränkt – in Berlin sind es 63,4 Prozent, in Hamburg 59,5 Prozent.
Laut Deutschlandatlas des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) pendelten im Jahr 2023 rund 20,5 Millionen Menschen – fast 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Die durchschnittliche einfache Pendelstrecke lag bei 17,2 Kilometern, in ländlichen Regionen deutlich höher. Etwa ein Fünftel der Pendelnden fuhr über 30 Kilometer, elf Prozent sogar mehr als 50 Kilometer pro Strecke.
Laut Umfrage sind 51 Prozent der befragten Berufstätigen innerhalb von 10 bis 30 Minuten am Arbeitsplatz, 20,5 Prozent brauchen sogar weniger als zehn Minuten. Nur 5,4 Prozent sitzen länger als eine Stunde im Auto. Im öffentlichen Nahverkehr sieht das anders aus: Fast ein Drittel (30,5 Prozent) der Befragten braucht mit Bus und Bahn über eine Stunde zur Arbeit, weitere 29,9 Prozent zwischen 31 und 60 Minuten. Lediglich 7,1 Prozent schaffen es mit dem ÖPNV in unter zehn Minuten zum Arbeitsplatz.
Auch soziale Kontakte sind für viele Menschen mit dem Auto verbunden. 78,8 Prozent der Befragten nutzen es, um Freunde oder Familie zu besuchen. Ohne Auto wären diese Ziele für 57,9 Prozent schwer oder gar nicht erreichbar. Tagesausflüge (73,6 Prozent) oder Veranstaltungen (ebenfalls über 70 Prozent) gehören ebenso dazu.