Fernreisen im Sommer

Umweg macht den Traumurlaub plötzlich deutlich teurer


Aktualisiert am 12.05.2026 – 08:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Maschine der Airline Qatar am Flughafen Berlin-Brandenburg: Viele Reisende suchen nach Verbindungen ohne Stopp im Nahen Osten. (Quelle: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)

Bali, Mauritius, Seychellen – das sind derzeit Traumziele mit Preisfalle. Denn wer Flugrouten über den Nahen Osten vermeidet, muss tief in die Tasche greifen.

Viele Fernreisen nach Asien oder in den Indischen Ozean führen über Drehkreuze im Nahen Osten. Wegen der aktuellen Lage in der Region möchten jedoch viele Urlauber genau diese Flugrouten vermeiden. Eine neue Analyse zeigt nun: Das kann teuer werden.

Der Reiseveranstalter Vivido hat Tausende Reisepakete ausgewertet und kommt zu einem klaren Ergebnis. Wer bei seiner Reise auf Flüge über die Golfregion verzichtet, zahlt im Schnitt rund 17 Prozent mehr. Besonders betroffen sind den Angaben nach beliebte Fernreiseziele wie Bali, Mauritius oder die Seychellen.

Besonders stark fällt der Preisunterschied in Düsseldorf aus. Dort steigen die Kosten laut Analyse um durchschnittlich 19,5 Prozent. In Frankfurt am Main fällt der Aufpreis mit 15,7 Prozent am niedrigsten aus.

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Ohne Qatar oder Etihad steigen Preise um 400 Euro

Auch die Unterschiede bei den Reisezielen sind erheblich. Für Reisen nach Bali zahlen Urlauber ohne die sogenannten Golf-Carrier, also Fluggesellschaften mit Sitz in den Staaten am Persischen Golf, im Schnitt 26,7 Prozent mehr. Bei Mauritius liegt der Aufpreis bei 22,9 Prozent, bei den Seychellen bei 22,3 Prozent. Thailand-Reisen verteuern sich laut Vivido um rund 20 Prozent, wenn die Golfflugroute vermieden wird. Deutlich geringer fällt der Unterschied dagegen bei Reisen nach Tansania und Sansibar aus. Dort liegt der Aufpreis nur bei 4,5 Prozent.

Vivido-Geschäftsführer Tobias Boese erklärt: „Unsere Analyse zeigt: Golf-Carrier sind für viele deutsche Fernreisende kein Luxus, sondern die Anbindung, die sie sich leisten wollen oder können.“ Ohne Airlines wie Emirates, Qatar oder Etihad würden die Preise im Schnitt um fast 400 Euro pro Buchung steigen. Das treffe besonders Familien deutlich im Geldbeutel.

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Das Bewertungs- und Buchungsportal HolidayCheck untersuchte derweil, wie sehr der Iran-Krieg und die damit verbundene Kerosinkrise das Reiseverhalten der Deutschen beeinflussen. In einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Teilnehmern gaben 40 Prozent der Befragten an, dass die politische Situation ihre Reisepläne stark oder sehr stark prägt. Weitere 30 Prozent sehen den Angaben zufolge zumindest einen teilweisen Einfluss. Damit werden insgesamt sieben von zehn Deutschen in ihrer Reiseplanung von der Krise berührt.

Die meisten Reiselustigen reagieren laut HolidayCheck mit Anpassungen. 40 Prozent wollen auf andere Reiseziele ausweichen, 35 Prozent setzen verstärkt auf flexible Tarife. Auch Änderungen bei Reisezeitpunkt oder -art spielen für rund jeden Fünften eine Rolle. Immerhin 32 Prozent der Befragten gaben an, dass sie trotz (Teil-)Reisewarnung entweder ganz sicher oder wahrscheinlich in ein betroffenes Land reisen würden.

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