Große Studie zeigt

Künstliche Hüfte: So lange halten moderne Hüftprothesen wirklich


05.03.2026 – 13:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Patient mit neuer Hüfte: Nach einer Hüftoperation können viele wieder schmerzfrei gehen und sich besser bewegen. (Quelle: milan2099/getty-images-bilder)

Viele Menschen mit einer künstlichen Hüfte stellen sich dieselbe Frage: Wie lange hält das Implantat? Eine internationale Studie liefert nun neue Antworten.

Moderne Hüftprothesen könnten deutlich länger halten als bisher angenommen. Forscher gehen davon aus, dass die meisten Implantate heute mindestens 20 Jahre ihren Dienst tun. Das zeigt eine große internationale Analyse, die in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde.

Für die Untersuchung werteten Wissenschaftler aus Finnland Daten aus acht nationalen Gelenkregistern weltweit aus. Insgesamt analysierten sie rund 1,9 Millionen Hüftoperationen. Einen besonders großen Anteil der Daten lieferte das britische National Joint Registry, ein Register, das Informationen zu Gelenkersatzoperationen sammelt.

Zusätzlich bezogen die Forscher Ergebnisse aus 29 langfristigen klinischen Studien in 18 Ländern ein. Damit handelt es sich um die bislang umfassendste Analyse zur Haltbarkeit moderner Hüftprothesen.

Bei einer Hüftprothese ersetzen Ärzte das geschädigte Hüftgelenk durch ein künstliches Gelenk. Dabei gleiten zwei Implantatteile aufeinander. Fachleute sprechen hier von Gleitflächen oder Lageroberflächen.

Die Studie untersuchte ausschließlich moderne Materialien, die heute in der Praxis eingesetzt werden. Dazu gehören etwa hochvernetztes Polyethylen – ein besonders widerstandsfähiger Kunststoff – sowie Keramikoberflächen. Diese Materialien nutzen sich deutlich langsamer ab als frühere Implantate. Genau das wirkt sich auf die Lebensdauer aus.

Die Analyse zeigte konkret:

Damit schneiden moderne Implantate deutlich besser ab als ältere Modelle. Eine frühere Studie aus dem Jahr 2019 hatte noch gezeigt, dass nur etwa 58 Prozent der Hüftprothesen nach 25 Jahren noch funktionierten. Allerdings basierten diese Daten auf Materialien, die heute kaum noch verwendet werden.

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