So läuft der Montagmorgen im Berufsverkehr

Pendler müssen umplanen

So läuft der KVB-Streik am Montagmorgen


Aktualisiert am 02.02.2026 – 08:09 UhrLesedauer: 3 Min.

Der leere Bahnsteig an der Schönhauser Straße: Hier fährt am Montagmorgen keine einzige Bahn. (Quelle: Philip Buchen)

Die Bahnen stehen am Montagmorgen in Köln still, nur wenige Busse bringen die Menschen zur Schule oder Arbeit. Taxifahrer profitieren bisher nicht von der Situation.

Der große KVB-Streik hat drastische Auswirkungen auf den Bus- und Bahnverkehr am Montagmorgen. um 3 Uhr in der Nacht legten die Verdi-Mitglieder unter den KVB-Angestellten die Arbeit nieder, der Nahverkehr in der Domstadt kam damit weitgehend zum Erliegen. Die KVB-Bahnen und Busse stellten den Betrieb ein. Bei den Bussen fuhren nur noch die Linien, die auch sonst von Subunternehmen bedient werden.

Am Kölner Hauptbahnhof, an dem es am Montagmorgen in Strömen regnete, fuhr lediglich die Buslinie 132 in den Kölner Süden im 10-Minuten-Takt. Dazu vereinzelte Busse, die den Schienenersatzverkehr für die S-Bahn übernahmen. Auch die Stadtbahn-Linien 16 und 18, die gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn (SWB) betrieben werden, fuhren nicht. Ebenso bleiben die Kundencenter und die Vertriebsstelle der KVB geschlossen

Gegen 7 Uhr schienen die streikgeplagten KVB-Kunden am Hauptbahnhof auch nicht in sonderlich großen Zahlen auf die S-Bahn auszuweichen. Die Gleise im Hauptbahnhof waren verhältnismäßig leer. Die Taxifahrer am Bahnhof konnten im strömenden Regen auch kaum von gestrandeten KVB-Fahrern profitieren. Ein Taxifahrer sagte der Kölner Lokalredaktion von t-online: „Mittlerweile wird so oft gestreikt, die Leute sind vorbereitet.“ Am Morgen warteten ein Dutzend Taxen am Hauptbahnhof Kunden, einige setzten dort auch Bahnkunden ab.

„Wegen dem Mist kann ich wahrscheinlich gleich 40 Minuten durch den Regen laufen“, klagt Pendler Timo der Kölner Lokalredaktion von t-online. Er will auf die rechte Rheinseite nach Porz, hat am Morgen aber keine Ahnung, wie. Aufgebracht steht er am S-Bahn-Gleis des Kölner Hauptbahnhofs. Ein Bahn-Mitarbeiter habe ihm gesagt, er solle die S-Bahn auf die rechte Rheinseite nehmen und dann den Bus. „Aber der fährt doch heute gar nicht“, empört er sich.

Timo will nun seine Freunde auf der rechten Rheinseite abtelefonieren – in der Hoffnung, dass ihn einer mit dem Auto fährt. Vom Streik gehört hatte er im Vorfeld zwar, aber vergessen, dass der ausgerechnet heute ist. Deshalb will er sich auch nicht fotografieren lassen. „Muss ja keiner wissen, wie doof mein Montag heute startet“, sagt er grinsend und ruft den nächsten Kumpel an.

Pendlerin Marie fährt fünf Mal in der Woche von Deutz zum Hansaring. Normalerweise nimmt sie ab dort den Bus, doch der fährt heute ja nicht. „Wenn die KVB streikt, kannst du nichts machen. Wir machen den Laden deshalb heute auch später auf.“ Neben ihr telefoniert eine Reisende aufgeregt mit ihrem Sohn, der offenbar zur Schule muss. „Nein, du darfst kein Taxi rufen. Dafür haben wir kein Geld. Dann lauf halt.“ Sie selbst brauche heute rund eine Stunde zur Arbeit, sonst sei das die Hälfte. Angesprochen auf den Wunsch der Verdi-Mitarbeiter, die wöchentliche Arbeitszeit von derzeit 39 Stunden zu reduzieren, sagt sie: „Schön für die, ich hab zwei Jobs, um über die Runden zu kommen.“ Dann muss sie auch schon los.

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