Wohnungspolitik
So hoch sind Vonovia-Mieten in Berlin im Durchschnitt wirklich
19.10.2026 – 13:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Linke, Grüne und SPD haben sich in Berlin auf einen Fahrplan zur Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne geeinigt. Eine der betroffenen Firmen hält das Vorhaben für rechtlich nicht haltbar.
Der Immobilienkonzern Vonovia hält die von Linke, Grüne und SPD in Berlin geplante Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen für verfassungswidrig. Das Vorhaben werde einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten.
Konkret erklärte das Unternehmen: „Wir sind überzeugt, dass eine Vergesellschaftung in der vorgelegten und geplanten Art und Weise verfassungswidrig ist und einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten würde.“ Um den Wohnungsmangel zu beheben, seien erhebliche private Investitionen notwendig. Dafür brauche es Verlässlichkeit, Rechtssicherheit und ein stabiles Investitionsumfeld. In Berlin liege der durchschnittliche Mietpreis im Vonovia-Bestand bei 8,26 Euro pro Quadratmeter. Derzeit seien rund 1.000 Wohneinheiten im Bau.
Gesetz soll erst 2028 kommen
Laut dem Sondierungspapier wollen die drei Parteien private Wohnungskonzerne mit mehr als 10.000 Wohnungen in Berlin gegen eine Entschädigung vergesellschaften. Einen Grundbestand von 10.000 Wohnungen dürften die Unternehmen behalten. Elif Eralp, Co-Fraktionsvorsitzende der Linken, zufolge wären fünf große Konzerne betroffen, darunter Vonovia. Auf diese Weise kämen rund 160.000 Wohnungen zusätzlich in kommunalen Besitz. Ziel sei, dass die Mieten nicht weiter steigen, sagte Eralp.
Mitte 2028 wollen die drei Parteien ein entsprechendes Gesetz vorlegen, das erst ein Jahr nach seiner Verabschiedung in Kraft treten soll. In der Zwischenzeit soll das Verfassungsgericht das Gesetz prüfen. Klagen gelten als sicher. Die Entschädigungssumme soll auf 16 Milliarden Euro begrenzt werden. Eralp bezeichnete das als einen „sehr realistischen Betrag“. Voraussetzung für das gesamte Vorhaben ist, dass eine Koalition aus den drei Parteien überhaupt zustande kommt. Derzeit beraten Linke, Grüne und SPD intern, ob sie nach den Sondierungsgesprächen in formelle Koalitionsverhandlungen eintreten wollen.
