Andress wuchs in der Provinz in Ostermundigen bei Bern auf, mit einer Schweizer Mutter, einem deutschen Vater und fünf Geschwistern. Mit 17 brannte sie mit einem französischen Schauspieler nach Paris durch, wie sie in dem Interview 2012 erzählte. Sie nahm Tanz- und Schauspielunterricht, ging als Model nach Rom, lernte US-Schauspieler Marlon Brando und den Jetset kennen und gelangte so nach Hollywood.

Ihre erste Rolle bekam sie 1955 in dem Film „Casanova – seine Liebe und Abenteuer“. Damals war sie nicht einmal 20 Jahre alt. Meist als Verführerin stand sie mit namhaften Stars vor der Kamera, etwa Dean Martin und Frank Sinatra in „Vier für Texas“ und Elvis Presley in „Spaß in Acapulco“. Sie punktete auch in anspruchsvollen Produktionen, etwa dem französisch-italienischen Science-Fiction-Film „Das zehnte Opfer“ von 1965 mit Marcello Mastroianni. Zwölf Jahre später standen die beiden erneut vor der Kamera.

Die beste Zeit, das waren für Andress „zweifelsohne die Sechzigerjahre“, sagte sie der Zeitschrift „Management & Branding“. „Damals sprühte alles vor Lust und Lebensfreude.“ Sie war bis 1966 fast zehn Jahre mit dem amerikanischen Regisseur John Derek verheiratet und später mehrere Jahre mit dem französischen Schauspieler Jean-Paul Belmondo liiert. Der 15 Jahre jüngere US-Schauspieler Harry Hamlin, den sie bei den Dreharbeiten zu „Kampf der Titanen“ kennengelernt hatte, wurde Vater ihres 1980 geborenen Sohnes. Auch Dimitri Hamlin arbeitet als Schauspieler.

Fotos waren ihr in späteren Jahren ein Graus, sie hasse das ewige Geknipse mit den Handys, sagte sie der Schweizer Zeitschrift „Glückspost“ 2019. „In meinem Alter sowieso“, so die heute 90-Jährige. „Ich hasse es zum Beispiel, wenn ich im Restaurant bin und einen alle mit dem Handy fotografieren. Schrecklich! Man hat keine Privatsphäre mehr.“

„Ich gehe auch nicht mehr gern zum Einkaufen in die Stadt – in den einst schönen Straßen Roms ist es schmutzig, chaotisch und laut geworden. Da bleibe ich lieber daheim und genieße meinen schönen Garten.“ Einer ihrer letzten öffentlichen Auftritte liegt tatsächlich schon ein paar Jahre zurück. 2017 zeigte sie sich auf einer Veranstaltung in Rom. Zwei Jahre später war sie bei einer Kunstausstellung von Amanda Lear im Chalet Muri in Bern zu sehen.

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