Wann der richtige Moment dafür ist, müssen die Betroffenen selbst entscheiden. Zwar lässt sich der Zeitpunkt manchmal hinauszögern, da die Symptome für Außenstehende oft lange Zeit kaum sichtbar sind, dennoch sollte man mit dem Gespräch nicht allzu lange warten. Denn ein offener Umgang ist immer auch ein Zeichen des Vertrauens und entlastet die Betroffenen.

Nachdem der Diagnose-Schock einigermaßen „verdaut“ ist und auch das Umfeld über die Krankheit informiert ist, beginnen die meisten Betroffenen, sich mit der Krankheit zu arrangieren. Sie kommen aus dem Ausnahmezustand langsam wieder in ihren Alltag zurück und lernen, mit der Krankheit zu leben. Das MS-Selbsthilfeportal AMSEL hat für Betroffene eine Liste von Tipps und Ratschlägen zusammengestellt, die Menschen mit Multipler Sklerose helfen, ein selbstbestimmtes Leben weiterzuführen:

Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, benötigen im Verlauf ihrer Krankheit immer wieder Hilfestellungen im Alltag. Im Anfangsstadium sind diese oft noch geringfügig. Bei einer fortgeschrittenen MS kann es jedoch zu stärkeren Einschränkungen kommen, was ein stärkeres Maß an Unterstützung fordert, auch wenn der Verlauf der Krankheit bei jedem Menschen individuell oft sehr unterschiedlich ist. Diese Tatsache sollte Betroffenen und allen Personen im Umfeld bewusst sein und darf nicht zum Tabuthema werden.

Gerade in der Anfangszeit neigen viele Angehörige dazu, mehr Hilfe anzubieten, als die Erkrankten eigentlich benötigen. Wer das Gefühl hat, durch die gut gemeinte Fürsorge eingeengt zu werden, sollte dies seinem Umfeld höflich, aber bestimmt mitteilen. Im Gegenzug sollten MS-Betroffene gleichermaßen Verständnis dafür zeigen, dass auch Angehörige regelmäßig Freiräume brauchen, die nicht durch die Krankheit vorbelastet sind. Zudem benötigen auch sie ein offenes Ohr für ihre Ängste und Sorgen.

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