
Genialer Trick
Darum sollten Sie Ketchup vor dem Verzehr schütteln
14.01.2026 – 07:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Konsistenz von Ketchup folgt physikalischen Gesetzen, die mit einem simplen Handgriff überlistet werden können. Hier erfahren Sie, wie.
Steht Ketchup oder eine andere (Grill-)Sauce auf Tomatenbasis längere Zeit ungenutzt im Kühlschrank oder im Gewürzregal, wird sie häufig dickflüssig oder sogar fest. Gesundheitlich ist das kein Problem – praktisch allerdings schon: Der Ketchup will einfach nicht mehr aus der Glasflasche kommen. Besonders ärgerlich, wenn man seine Pommes genießen möchte.
Viele greifen dann instinktiv zum klassischen Trick: kräftig auf den Flaschenboden schlagen. Doch das funktioniert selten gut. Entweder passiert gar nichts – oder es schießt viel zu viel Sauce auf einmal heraus.
Der Grund dafür liegt in der Zusammensetzung: Ketchup enthält Verdickungsmittel, sogenannte langkettige Polymere. Zwischen diesen Molekülen bilden sich schwache Bindungen, die die Masse zäh machen. Beim Schütteln wirken sogenannte Scherkräfte, die diese Bindungen aufbrechen – der Ketchup wird wieder sämiger und fließt leichter.
Die Verdickungsmittel sind übrigens kein Nachteil. Hersteller setzen sie gezielt ein, damit der Ketchup besser an Wurst, Pommes und Co. haftet und nicht gleich wieder herunterläuft.
Die meisten Hersteller nutzen dieselbe Rezeptur. Allerdings kann Ketchup aus der Quetschflasche per Handdruck herausgedrückt werden. Er kommt demnach leichter aus der Flasche. Zudem ist die Öffnung kleiner, wodurch Ketchup aus der Kunststoffflasche dünnflüssiger erscheint.
Einige Hersteller passen aber auch die Viskosität, also Fließfähigkeit, an die jeweilige Verpackung an: Für Glasflaschen ist sie eher „mittel“ fließfähig, für Squeeze-Flaschen oft etwas dicker, weil der zusätzliche Druck das ausgleicht.
Die Quetschflasche ist also so designt, dass sie den Nachteil der höheren Zähigkeit über den Flaschendruck und den speziellen Verschluss ausgleicht, während Glas auf Schwerkraft und Klopfen angewiesen ist.