So erlebten Krankenhäuser den Schneeorkan

Schneesturm fegt über Deutschland

Klinik spricht von „wirklich schweren und komplexen Frakturen“


Aktualisiert am 14.01.2026 – 07:39 UhrLesedauer: 3 Min.

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In Hamburg wird eine neue Art der Fortbewegung populär. (Quelle: t-online)

Sturmtief „Elli“ hielt vergangene Woche auf Deutschland zu. Viele Krankenhäuser befürchteten zahlreiche Notfälle und etliche Knochenbrüche. Doch wie drastisch war die Lage wirklich?

Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee, Glatteis und Sturmböen – in der vergangenen Woche haben viele Meteorologen die Ankunft des Sturmtiefs „Elli“ mit Sorge beobachtet. NDR-Wetterexperte Sebastian Wache sprach etwa von einer „katastrophalen“ Verkehrslage, die der Sturm ab Freitag das ganze Wochenende über zur Folge haben könnte. Besonders der Norden und Osten des Landes würden wohl vom Schneesturm getroffen. Mehrere Bundesländer schlossen daraufhin ihre Schulen, die Deutsche Bahn hob die Zugbindung ihrer Tickets auf. Doch schon am Freitagmorgen kamen beruhigendere Töne. „Ich würde es nicht als ein Jahrhundert-Event einordnen. Das ist es auf gar keinen Fall“, erklärte Meteorologe David Menzel vom Deutschen Wetterdienst.

Das zeigte sich auch in den Krankenhäusern. Zwar waren die Notaufnahmen deutlich belastet, insgesamt sei die Lage aber „weniger dramatisch ausgefallen als zunächst befürchtet“, erklärte Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), auf Anfrage von t-online.

Viele Kliniken hätten aufgrund des erwarteten Andrangs vorgesorgt. So seien die Schichtpläne und Bereitschaftsdienste angepasst worden, um auf einen möglichen Anstieg von Notfällen reagieren zu können. Jedoch waren „die meisten Verletzungen infolge von Glätte, Eis und Schnee glücklicherweise leichter Natur und erforderten häufig keine stationäre Aufnahme“, so Gaß. Eine Überlastung der Stationen blieb deshalb aus.

Allerdings sehe er für die nächste Großschneelage in einem Bereich deutliches Verbesserungspotenzial. „Kritisch zu sehen ist, dass der Winterdienst in einigen Kommunen offensichtlich nicht ausreichend funktioniert hat“, machte er deutlich. Vor allem vereiste Zugänge, etwa zu U-Bahnhöfen, stellten dabei ein erhebliches Risiko dar. Dabei gehe es nicht nur um den Schutz der Bürgerinnen und Bürger, so Gaß, „sondern auch darum, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher ihre Arbeitsplätze in den Kliniken erreichen können.“

Im Gegensatz zu diesem eher moderaten Fazit findet man im Unfallkrankenhaus Berlin deutlichere Worte. „Die Situation ist seit Tagen beziehungsweise Wochen extrem belastend“, erklärte etwa Pressesprecherin Angela Kijewski im Gespräch mit t-online. Zwar sei die Lage während des Sturmtiefs relativ ruhig geblieben und die Leute hätten sich „nicht gestapelt“, sagte sie, dennoch habe das Personal in der Klinik nicht wenig zu tun gehabt.

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