So erkennen Sie die gefährliche Abzockmasche

Pump and Dump

Wenn ein Kurs künstlich explodiert – und Kleinanleger alles verlieren


Aktualisiert am 27.01.2026 – 08:11 UhrLesedauer: 4 Min.

Squid Game: Die zweite Staffel der Serie verzeichnete Rekordzahlen für Netflix. (Quelle: IMAGO/CFOTO)

Sie sehen aus wie geheime Insiderchancen – sind aber oft gezielte Täuschungen. So geraten viele Anleger in die Fänge von Betrügern.

In sozialen Medien, Foren und Krypto-Gruppen kursieren regelmäßig Tipps für angeblich „geheime“ Börsenchancen: Unbekannte Kryptowährungen oder Billigaktien sollen sich „verzehnfachen“, der Einstieg „lohnt sich jetzt noch“.

Was auf den ersten Blick nach einem lukrativen Geheimtipp aussieht, entpuppt sich nicht selten als Betrugsmasche. Hinter vielen dieser Hype-Investments steckt ein sogenanntes „Pump and Dump“-System – ein Mechanismus, bei dem einige wenige viel gewinnen und viele alles verlieren. Doch wie funktioniert diese Masche genau?

„Pump and Dump“ heißt übersetzt so viel wie „Aufblasen und Fallenlassen“. Genau das beschreibt die Vorgehensweise. Hinter solchen Projekten stehen meist organisierte Gruppen oder Einzelpersonen, die mit einem bestimmten Wertpapier oder einer Kryptowährung ein Ziel verfolgen: den Kurs künstlich in die Höhe treiben, um anschließend mit Gewinn auszusteigen – und andere auf den Verlusten sitzenzulassen.

Der Ablauf folgt überwiegend nach demselben Muster: Zunächst kaufen die Drahtzieher große Mengen eines wenig bekannten Vermögenswerts – oft kleine Kryptowährungen oder sogenannte „Penny Stocks“, also Aktien mit extrem niedrigem Preis. Dann beginnen sie, gezielt dafür Werbung zu machen. In Telegram-Gruppen, auf Plattformen wie X oder in Foren locken sie mit Versprechungen wie „Der nächste Bitcoin“, „Explodiert bald!“ oder „1000-Prozent-Renditechance“.

Sobald genug Anleger aufspringen und ebenfalls kaufen, steigt der Kurs tatsächlich. Dieser Anstieg zieht weitere Interessierte an – aus Angst, eine einmalige Chance zu verpassen („Fomo“ – Fear of Missing Out). Wenn der Kurs auf einem Höchststand angekommen ist, verkaufen die Initiatoren plötzlich all ihre Anteile. Das Angebot übersteigt die Nachfrage, der Kurs bricht ein – und wer zu spät eingestiegen ist, bleibt auf nahezu wertlosen Anteilen sitzen.

Besonders gefährlich sind „Pump and Dump“-Systeme für Privatanleger, die neu am Markt sind oder sich wenig mit der Funktionsweise von Börsen und Kryptowährungen auskennen. Sie erkennen oft nicht, dass es sich um eine künstlich erzeugte Kursbewegung handelt – und vertrauen auf den vermeintlichen „Geheimtipp“.

Der Schaden ist dabei nicht nur finanzieller Natur: Viele verlieren das Vertrauen in den Markt, scheuen künftige Investitionen oder geraten in finanzielle Schwierigkeiten. Zudem sind solche Betrügereien schwer nachweisbar, insbesondere im Bereich der Kryptowährungen, wo Regulierung und Aufsicht noch immer lückenhaft sind.

Einige Merkmale deuten auf ein mögliches „Pump and Dump“-Projekt hin:

Ein gesundes Maß an Skepsis ist angebracht, wenn eine Anlage „garantierte Gewinne“ verspricht – besonders in kurzer Zeit.

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