„Für uns ein emotionales Thema“
Skigebiet an der Zugspitze gibt Lift auf
Aktualisiert am 10.03.2026 – 09:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Alle Hoffnung war vergebens, jetzt ist das Aus besiegelt: Eine einst beliebte Piste an Deutschlands höchstem Berg ist nicht mehr zu halten.
An der Zugspitze schließt eine beliebte Piste: Der Schneefernerkopflift wird ab dem 20. März zurückgebaut. Um 17 Uhr wird eine Explosion die Stahlseile auseinanderreißen, die die Liftstützen zusammenhalten. Nach der Detonation der beiden Schneidladungen sollen die Stützen synchron umfallen. In den darauffolgenden Tagen und Wochen sollen die Teile zerlegt und von Pistenraupen sowie der Zahnradbahn ins Tal befördert werden, bis am Gletscher nichts mehr an die 1967 eröffnete Piste erinnert.
Damit ist der letzte Gletscherlift, der überhaupt noch an der Zugspitze existierte, Geschichte. „Für uns auch ein sehr emotionales Thema“, sagte Laura Schaper, Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn, dem „Merkur“. „Viele bei uns sind mit ihm aufgewachsen.“
Auf der einst beliebten blauen Piste des Gletschers Nördlicher Schneeferner war bereits seit Ende der Saison 2023/2024 kein regulärer Betrieb mehr möglich. Aber die Zugspitzbahn hatte bis zuletzt gehofft, den Lift vielleicht doch noch einmal laufen lassen zu können; zumindest dann, wenn besonders viel Schnee fällt.
Das stetige Abschmelzen des Gletschers hat diese Hoffnung nun zunichtegemacht. „Durch den Volumenverlust hat sich das Gelände zunehmend verändert und der Hang ist deutlich steiler geworden“, teilte die Zugspitzbahn auf ihrer Webseite mit. Der Ausstieg sei nicht mehr zu bewältigen.
„Es ist ein Indikator für den Klimawandel“, sagte Zugspitzbahn-Sprecherin Schaper. „Es ist ein ernstes Thema.“ Früher gab es noch einen Gletschersee-Schlepplift sowie einen Doppel-Sessellift beim Südlichen Schneeferner, der bereits seinen Status als Gletscher verloren hat.
Der Nördliche Schneeferner wird vermutlich Ende des Jahrzehnts als vorletzter deutscher Gletscher seinen Gletscherstatus verlieren, danach wird Forschern zufolge nur noch der Höllentalferner übrig sein, dem Wissenschaftler zuletzt aber auch nur noch maximal zehn Jahre gaben.
Unterdessen hat der EU-Klimawandeldienst Copernicus seinen monatlichen Bericht vorgelegt: Daraus geht hervor, dass der Februar zwar in Teilen Europas ungewöhnlich kalt, weltweit aber der fünftwärmste Februar seit Beginn der Aufzeichnungen war. Demnach lag die durchschnittliche globale Lufttemperatur bei 13,26 Grad Celsius und damit 0,53 Grad über dem Durchschnitt des Zeitraums von 1991 bis 2020. Im Vergleich zum vorindustriellen Niveau (1850–1900) war der Monat um 1,49 Grad wärmer.
Der Februar war in Westeuropa und Nordafrika besonders von einer Serie intensiver Stürme und heftiger Regenfälle geprägt. Vor allem in Frankreich, Spanien, Portugal und Marokko führten starke Regenfälle demnach zu schweren Überschwemmungen mit Toten und erheblichen Sachschäden sowie für viele Menschen zum Verlust ihrer Lebensgrundlagen. Auch andere Weltregionen wurden dem Bericht zufolge von Hochwasser heimgesucht, etwa Australien, Mosambik und Botswana.
