Streit um Nachlass

Paris Jackson fordert mehr als 500 Millionen Euro Erbe ein

03.11.2026 – 15:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Paris Jackson: Sie ist das mittlere von drei Kindern des verstorbenen Musikstars Michael Jackson. (Quelle: IMAGO / Bestimage)

Mehr als 17 Jahre nach dem Tod ihres Vaters reicht Paris Jackson eine Klage ein. Sie wirft dem Nachlassverwalter vor, die Kinder des verstorbenen „King of Pop“ um ihr Erbe zu bringen.

In einem Gerichtsantrag vom 29. Oktober fordert Paris Jackson, Tochter des 2009 verstorbenen Popstars Michael Jackson, vom Nachlassverwalter ihres Vaters eine vorläufige Ausschüttung von 600 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 536 Millionen Euro). Sie wirft dem Nachlassverwalter John Branca vor, das für sie und ihre Brüder Prince und Bigi bestimmte Familientreuhandvermögen seit über 17 Jahren nicht zu befüllen, obwohl der Nachlass bis Dezember 2024 mehr als 2,2 Milliarden Euro erwirtschaftet habe. Darüber berichtet die US-amerikanische Seite „Page Six“.

Der Antrag wurde am Los Angeles Superior Court eingereicht. Darin beschuldigt die 28-Jährige den Nachlassverwalter, zu bestimmen, wann und ob die Geschwister Geld aus dem Erbe ihres Vaters erhielten. Laut der Klage gehe aus Michael Jacksons Testament hervor, dass seine Kinder ab dem 21. Geburtstag Einkünfte aus ihren jeweiligen Treuhandanteilen beziehen sollten. Paris Jackson zufolge ist das nie geschehen. Stattdessen erhalten die Geschwister kleinere Beträge, deren Höhe Branca festlege.

Branca soll Zahlungen kontrollieren

Außerdem heißt es, Branca nutze diese Kontrolle über die Zahlungen, um die Geschwister davon abzuhalten, seine Verwaltung des Nachlasses zu hinterfragen. Als sie im vergangenen Jahr begann, die Nachlassverwaltung anzufechten, habe Branca mit öffentlichen Angriffen und millionenschweren Kürzungen der Zahlungen an sie und ihre Geschwister reagiert. Dies sollte so nicht fortgesetzt werden, heißt es in dem Antrag.

Branca ist Anwalt und Vorsitzender der Michael Jackson Company. Michael Jackson hatte ihn erstmals 1980 engagiert. 2006 verließ Branca das Team des Sängers wegen finanzieller Differenzen, kehrte jedoch 2009 zurück – acht Tage vor Jacksons Tod am 25. Juni 2009.

Michael Jackson im Jahr 1993: Er starb 2009. (Quelle: IMAGO / Newscom World)

Der Gesamtwert des Nachlasses wird auf umgerechnet rund 1,8 bis 2,7 Milliarden Euro geschätzt. Paris Jackson beantragt nun, dass das Gericht Branca anweist, die von ihr geforderte Summe oder eine vom Richter als angemessen erachtete Summe an den Familientreuhandfonds zu übertragen. Zudem fordert sie die Erstattung ihrer Anwaltskosten. Eine Anhörung ist für Dezember angesetzt.

Laufender Rechtsstreit mit US-Steuerbehörde

Ein Sprecher des Michael Jackson Estate wies die Vorwürfe zurück. „Page Six“ erklärte er: „Die Anwälte von Frau Jackson sind sich sehr wohl bewusst, dass der Nachlass die gemeinnützige Stiftung und die einzelnen Treuhandfonds für die Begünstigten erst dann vollständig finanzieren kann, wenn mehrere rechtliche Hürden aus dem Weg geräumt sind.“ Unter anderem laufe noch ein Rechtsstreit mit der US-Steuerbehörde IRS, die Steuern und Strafen in Höhe von 700 Millionen Dollar aus dem Nachlass fordert. Der Betrag konnte zwar schon reduziert werden, doch sei die Angelegenheit noch nicht endgültig geklärt.

Den Vorwurf, Zahlungen zurückgehalten oder gekürzt zu haben, bezeichnete der Sprecher als „vollständige Erfindung“. Bereits mehr als umgerechnet 179 Millionen Euro seien an Paris Jackson und die anderen Begünstigten ausgezahlt oder zu ihren Gunsten verwendet worden.

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