Wegen Iran-Eskalation

Golfregion: Tourismusbranche spürt erhebliche Folgen


05.03.2026 – 12:03 UhrLesedauer: 2 Min.

Iranischer Angriff auf Abu Dhabi: Nach der ersten Angriffswelle auf den Iran griff Teheran mehrere Länder im Nahen Osten an. (Quelle: Screenshot / Telegram)

Wenn in Deutschland Winter ist, hat der Tourismus in der Golfregion Hochsaison. Ausgerechnet jetzt bricht dort der Urlaubsmarkt zusammen.

Seit fünf Tagen herrscht in der Golfregion Chaos. Nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran am Samstag sind zahlreiche Länder am Roten Meer von den Auswirkungen des Krieges betroffen, ausgerechnet in der touristischen Hochsaison.

So fielen allein am Hauptstadtflughafen BER am Donnerstag erneut weitgehend alle Flüge in den Nahen Osten aus. Zehn von elf Abflügen und ebenso viele Ankünfte seien für Mittwoch gestrichen worden, sagte ein Flughafensprecher. Das betrifft Verbindungen von und nach Doha, Dubai, Israel sowie in und aus dem Libanon. Nichts geht mehr in Richtung Golfregion, die Saison ist vorzeitig beendet.

Eine Prognose des Analyseinstituts Tourism Economics geht von erheblichen wirtschaftlichen Folgen für diese Länder aus. So werde die Zahl der internationalen Besucher im Nahen Osten in diesem Jahr um elf bis 27 Prozent zurückgehen. Das entspräche Einnahmeverlusten von bis zu 56 Milliarden US-Dollar (48 Milliarden Euro) für die Tourismusbranche vor Ort.

Besonders empfindlich könnte das Ausbleiben von Touristen die Vereinigten Arabischen Emirate treffen, zitiert die französische Tageszeitung „Le Monde“ Tourism Economics. Städte wie Dubai und Abu Dhabi hatten in ihrer touristischen Strategie in den vergangenen Jahren stark auf das Image besonders sicherer und luxuriöser Reiseziele aufgebaut. Angriffe und militärische Spannungen in der Region haben dieses Image jedoch beschädigt, so das Analyseinstitut.

Hinzu kommt, dass der Konflikt den internationalen Flugverkehr massiv beeinträchtigt. In den ersten Tagen der Eskalation wurden weltweit Zehntausende Flüge gestrichen, viele Reisende mussten ihre Rückreise verschieben oder auf Ersatzflüge warten. Für Reiseveranstalter bedeutet das zusätzliche Kosten und organisatorischen Aufwand, während gleichzeitig die Nachfrage nach Reisen in die Region sinkt. Reiseanbieter in europäischen Ländern warnen ihre Kunden derzeit sogar vor einer Buchung, zu undurchsichtig sei die Situation in der Golfregion – auch für die mittelfristige Zukunft, heißt es.

Branchenvertreter warnen deshalb, dass der Konflikt bei längerer Dauer die gesamte Tourismusentwicklung im Nahen Osten bremsen könnte. Gerade Destinationen am Golf, die zuletzt stark gewachsen waren und Millionen internationale Gäste anzogen, könnten einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen haben, falls sich die Sicherheitslage nicht rasch stabilisiert.

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