Provokation nach Titel-Aberkennung?
Senegal feiert Afrika-Cup-Pokal im Stade de France
28.03.2026 – 20:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Senegals Fußballer präsentieren den Afrika-Cup-Pokal vor Tausenden Fans in Paris – obwohl der Kontinentalverband CAF den Titel aberkannt hat. Verbandspräsident Fall findet für die CAF-Entscheidung klare Worte.
Im Stade de France in Paris haben Senegals Fußballer den Afrika-Cup-Pokal auf einer Ehrenrunde präsentiert und sich von Tausenden Fans feiern lassen. Das Besondere: Der Kontinentalverband CAF hatte Senegal den Titel kurz zuvor aberkannt und Marokko nachträglich zum Sieger erklärt. Die aktuelle Aktion kann als Provokation der Profis interpretiert werden.
Kapitän Kalidou Koulibaly und Torhüter Edouard Mendy stellten die Trophäe nach der Ehrenrunde auf der Tribüne bei Verbandspräsident Abdoulaye Fall ab. Auch im Kabinengang präsentierten die Senegalesen den Pokal. Begleitet wurde der Auftritt von einem Konzert eines senegalesischen Künstlers. Anschließend gewann das Team das Länderspiel gegen Peru mit 2:0. Bayern-Profi Nicolas Jackson traf in der 41. Minute zur Führung, Ismaila Sarr erhöhte in der 54. Minute.
Die Pläne für die Pokal-Präsentation waren am Donnerstag bekannt geworden. Verbandspräsident Fall hatte die CAF-Entscheidung auf einer Pressekonferenz in Paris als „administrativen Raubüberfall, dem gröbsten in der Geschichte unseres Sports“ bezeichnet. Er kündigte an: „Senegal weigert sich, das als gegeben hinzunehmen.“ Ein Verbandsanwalt erklärte zudem, es gebe keine Entscheidung, die zur Rückgabe von Medaillen oder der Trophäe verpflichte. Der Verband kündigte außerdem eine Korruptionsbeschwerde gegen mehrere Personen an.
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Zum Hintergrund: Senegal hatte das Afrika-Cup-Finale im Januar mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen. Zwischenzeitlich hatte das Team aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung den Platz verlassen. Ex-Bayern-Profi Sadio Mané holte seine Kollegen zurück. Marokko verschoss danach einen Elfmeter, Pape Gueye erzielte das Siegtor. Das CAF-Berufungsgericht wertete die Partie zwei Monate später wegen des Platzverlassens als Aufgabe und gab dem Einspruch Marokkos statt – Ergebnis: 3:0 für den Gastgeber. In erster Instanz war Senegals Verband lediglich zu einer Geldstrafe verurteilt worden.
Der senegalesische Verband legte daraufhin Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS ein. CAS-Generaldirektor Matthieu Reeb stellte eine zügige Entscheidung in Aussicht: „Wir verstehen, dass Teams und Fans gespannt auf die endgültige Entscheidung warten, und wir werden sicherstellen, dass das Schiedsverfahren so zügig wie möglich durchgeführt wird, wobei das Recht aller Parteien auf ein faires Verfahren gewahrt bleibt.“
