Körperhygiene

Selten duschen und baden: Ist das eklig oder gesund?


Aktualisiert am 23.03.2026 – 02:35 UhrLesedauer: 3 Min.

Schweißgeruch (Symbolbild): Wer Körpergerüchen vorbeugen möchte, muss nicht täglich duschen. (Quelle: PeopleImages/getty-images-bilder)

Wasser und Zeit sparen, ohne auf Hygiene zu verzichten: Selteneres Duschen wird immer beliebter. Welche Effekte Skipping für Haut und Umwelt hat.

Es scheint ein weiterhin beliebter Trend zu sein: der Verzicht auf das tägliche Abbrausen. Sei es aus Gesundheits- oder aus Umweltgründen. Neuerdings kommt das Sparen von Kosten für Wasser und Strom hinzu.

Die These: Wer selten oder gar nicht mehr duscht, schont die natürliche Schutzbarriere der Haut, tut ihr Gutes und spart auch viel Wasser. Dieser Trend wird auch „Non Bathing“ genannt und stammt ursprünglich – wie der Name verrät – aus den USA. Was steckt dahinter?

Gut 17 Milliarden Euro werden in Deutschland jedes Jahr für Körperpflegeprodukte ausgegeben, wie der Münchner Verlag Kunstmann schreibt, der den Bestseller „Clean: The New Science of Skin“ von dem US-amerikanischen Arzt und Autor James Hamblin in Deutschland herausgebracht hat.

Zwar sind sich viele Experten einig, dass die Seifenindustrie die öffentliche Gesundheit stark verbessert habe, allerdings sei der Hygienedrang bei einigen Menschen zu stark ausgeprägt. So ist es vor allem wichtig, die Hände gut zu waschen, mit denen man sich oft an die Nase fasst oder die Augen reibt – und zwar auch außerhalb einer Pandemie. Darüber hinaus gibt es aber nur wenig Stellen am Körper, die wirklich regelmäßig mit Seife gereinigt werden müssen.

Laut Experten nimmt man seinen Eigengeruch anfangs etwas stärker wahr, dies liegt jedoch häufig an der durch die zahlreichen und scharfen Pflegeprodukte geschädigten Hautflora. Viele versuchten, durch aggressivere Mittel dem entgegenzuwirken. Das verschlimmere jedoch nur das Problem. Besser sei es, den Kreislauf zu durchbrechen, so Hamblin. Und zwar durch „Non Bathing“. „Nach einer Weile ohne Eingriffe entsteht ein neues Gleichgewicht auf der Haut und in den Haaren.“ Dann seien der natürliche Schutz auf der Haut wiederhergestellt und der teilweise als unangenehm empfundene Geruch verflogen.

Besonders Menschen, die zu sehr trockener Haut neigen oder unter Neurodermitis leiden, kann selteneres Duschen oder teilweise sogar „Non Bathing“ zugutekommen, sagen Experten. Denn mit dem täglichen Schrubben entferne man jene Öle von der Haut, die die Drüsen produzieren, um die Haut zu schützen. Dadurch werde die Haut trockener, und man nehme womöglich Feuchtigkeitscremes, um eine künstliche Version der Fette zu schaffen. Den Zwischenschritt könne man sich eigentlich sparen, bestätigen Schlossberger und Hamblin.

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