Seit 2019 keine Kontrollen in der Bar

„Es tut uns zutiefst leid“

Silvester-Inferno – seit 2019 keine Kontrollen in der Bar


Aktualisiert am 06.01.2026 – 13:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Player wird geladen

In der Silvesternacht bricht in der Schweizer Bar ein Feuer aus. 40 Menschen sterben, 119 werden verletzt. (Quelle: t-online)

40 Menschen sind tot, darunter viele Minderjährige. Jetzt kommt heraus: Die Gemeinde hat die Unwahrheit über die Sicherheitsprüfungen gesagt.

Nicolas Féraud, der Gemeindepräsident von Crans-Montana, hat am Dienstag bei einer Pressekonferenz eingeräumt, nach der Brandkatastrophe in der Silvesternacht nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Zunächst hatte der Schweizer FDP-Politiker noch behauptet, dass seine Gemeinde „keine lasche Haltung“ bei Kontrollen an den Tag gelegt habe.

Jetzt musste er eingestehen, dass im Fall der Bar „Le Constellation“ eigentlich vorgeschriebene Sicherheitsüberprüfungen ausgelassen worden waren – mit schwerwiegenden Folgen. Laut Féraud hätte die Katastrophe „wahrscheinlich verhindert werden können“.

„Es tut uns zutiefst leid“, beteuerte der Gemeindepräsident. Die Schuld liege aber nicht bei ihm: „Wir hatten keine Hinweise darauf, dass die Kontrollen nicht vorgenommen worden sind. Ich war nicht informiert.“

Der Brandschutz der Bar wurde laut Féraud seit 2019 nicht mehr kontrolliert, obwohl jährliche Kontrollen vorgeschrieben sind. 2025 sei lediglich ein Akustikgutachten ohne Beanstandung durchgeführt worden. „Wir bedauern dies zutiefst“, sagte der Gemeindepräsident.

Bei den Kontrollen 2019 und davor sei das Dämmmaterial an der Decke nie ein Thema gewesen, räumte Féraud ein. „Diese schalldämmende Schaumstoffisolierung wurde nie überprüft“, so Féraud. „Unsere Sicherheitsbeauftragten hielten dies nicht für notwendig.“

Video | Videos zeigen Brand im Innern der Bar

Player wird geladen

Quelle: t-online

Dass Champagner mit Pyrotechnik in der Bar serviert wurde, habe er nicht gewusst, behauptete Féraud weiter. Wäre dies bekannt gewesen, hätte man es unterbunden. Ob der Notausgang in der Silvesternacht offen oder verschlossen war, könne er nicht sagen. Ganz sicher sei er sich allerdings in einer anderen Frage: „Bestechung lag nicht vor“, betonte der Politiker. Dies sei absolut unvorstellbar. Außerdem versicherte er: „Ich stand in keinerlei Beziehung zu den Bar-Besitzern.“

Gegen die beiden Betreiber der Bar läuft ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Verursachung eines Brandes. Das Paar wurde aber nicht in Gewahrsam genommen, weil es laut Polizei keine Anzeichen dafür gibt, dass sie sich dem Verfahren entziehen wollten. Gemeindepräsident Féraud erklärte nun, dass die Behörden einen weiteren von den beiden geführten Veranstaltungsort geschlossen hätten.

Aktie.
Die mobile Version verlassen