Millionenkaution für Wanja Oberhof

Schwiegervater holt deutschen Unternehmer aus US-Haft


Aktualisiert am 22.09.2026 – 12:44 UhrLesedauer: 3 Min.

Wanja Oberhof (Archivbild): Dem Unternehmer drohen in den USA bis zu 20 Jahre Haft. (Quelle: Sabine Brose/galoppfoto.de/imago)

Die US-Justiz wirft Wanja Oberhof Millionenbetrug vor. Seit Tagen sitzt er in Brooklyn hinter Gittern. Jetzt springt sein Schwiegervater offenbar als Bürge ein.

Nach rund einer Woche in einem US-Gefängnis ist der deutsche Unternehmer Wanja Oberhof wieder freigekommen. Möglich machte das offenbar seine Familie: Oberhofs Schwiegervater Hans-Georg Oelmann, ein Berliner Anwalt, habe sich als einer von zwei Bürgen zur Verfügung gestellt, berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Akten des zuständigen Bundesgerichts in New York. Ein Geschäftspartner von Oberhof bestätigt der Zeitung am Dienstagmittag: „Er ist frei, wurde gestern gegen Kaution freigelassen.“

Wanja Oberhof war in der vergangenen Woche am Flughafen Newark im US-Bundesstaat New Jersey festgenommen worden. Die US-Bundesstaatsanwaltschaft wirft ihm vor, einen Investor um rund 2,5 Millionen US-Dollar betrogen zu haben. Bei dem Investor handelt es sich nach Berichten von „Bild“ und „Handelsblatt“ um den früheren Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Ein Sprecher Kleinfelds bestätigte dessen Beteiligung. „Bei solchen Sachen hört für meinen Klienten der Spaß auf“, sagte er dem „Handelsblatt“.

Zwei Millionen Dollar Kaution für Wanja Oberhof

Seit seiner Festnahme sitzt Oberhof im Metropolitan Detention Center in Brooklyn. Eine Bundesrichterin hatte seine Freilassung gegen eine Kaution von zwei Millionen Dollar grundsätzlich ermöglicht. Doch an den Bedingungen dafür hakte es zunächst.

Richterin Ona T. Wang hatte verlangt, dass zwei Personen für Oberhof bürgen. Zusätzlich sollten 100.000 Dollar als Sicherheit beim Gericht hinterlegt werden – in bar. Nach Angaben seines Anwalts Kevin Puvalowski hatte Oberhof allerdings Schwierigkeiten, einen Bürgen mit Wohnsitz in den USA zu finden.

Daraufhin wurde die Regelung geändert: Auf einen Bürgen aus den USA kann demnach verzichtet werden. Dafür erhöhte sich die zusätzlich zu hinterlegende Barsicherheit von 100.000 auf eine Million Dollar.

Schwiegervater bürgt wohl für Wanja Oberhof

Mittlerweile sollen sich zwei Bürgen aus Deutschland gefunden haben. Einer davon soll Hans-Georg Oelmann sein. Seine 29-jährige Tochter Anabel „Bella“ Oelmann ist Oberhofs Ehefrau und Geschäftspartnerin. Gemeinsam mit einem weiteren Unternehmer aus Berlin soll Oelmann der „Bild“-Zeitung zufolge die Bürgschaft über zwei Millionen Dollar gestellt haben.

Ob die zusätzlich verlangte Million Dollar bereits beim Gericht hinterlegt wurde, ist bislang nicht bekannt.

US-Justiz wirft Oberhof Millionenbetrug vor

Hinter Oberhofs Festnahme stehen Betrugsvorwürfe aus seiner Zeit als Chef des Wellnessunternehmens „The Healing Company“. Nach Darstellung der US-Ermittler erhielt Oberhof im Jahr 2024 rund 2,5 Millionen Dollar von einem Investor. Das Geld soll für einen bestimmten geschäftlichen Zweck vorgesehen gewesen sein.

Wanja Oberhof mit seiner Ehefrau und Geschäftspartnerin Anabel „Bella“ Oelmann, bei einer Gala. (Quelle: imago)

Die Staatsanwaltschaft wirft Oberhof jedoch vor, einen Teil der Summe für private Ausgaben verwendet zu haben. Mehr als 57.000 Dollar sollen in die Rückzahlung eines persönlichen Darlehens geflossen sein. Weitere rund 25.000 Dollar soll Oberhof genutzt haben, um die ausstehende Miete für seine Penthousewohnung in Manhattan zu begleichen. Rund 1,8 Millionen Dollar sollen zudem auf ein von ihm kontrolliertes Konto überwiesen worden sein.

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