TV-Duell vor der Wahl
Schwesig attackiert Holm: „Ihre Männer wollen Frauen kleinmachen“
Aktualisiert am 16.09.2026 – 22:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Vier Tage vor der Landtagswahl in MV duellieren sich Ministerpräsidentin Schwesig und ihr Herausforderer Holm im Fernsehen. Die beiden Kontrahenten schenken sich nichts und sind im Angriffsmodus.
Im letzten Fernsehduell der beiden großen Kontrahenten zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) versucht, mit dem Thema Frauenrechte gegen Leif-Erik Holm von der AfD zu punkten. „Sie treten mit einem Abgeordneten an, der gepostet hat, Messer gegen mich, jetzt einen sexistischen Post. Sie treten an mit Abgeordneten, die behaupten, Frauen wären nicht geeignet für die Politik“, sagte Schwesig. „Das sind die Männer in Ihrer Gruppe, die uns Frauen klein machen wollen, bedrohen wollen.“
Holm konterte, das sei „völliger Quatsch“. Schwesig polarisiere und schüre Ängste – „was Sie uns immer vorwerfen“. Seine Partei wolle keine Frauenrechte abschaffen. „Ganz im Gegenteil, wir setzen uns für unsere Frauen ein. Wir wollen Wahlfreiheit zum Beispiel bei der Kindererziehung. Wir wollen auch dafür sorgen, dass unsere Frauen wieder sicher durch die Städte kommen.“ Das sei ein großes Problem.
Schwesig griff auch die Wirtschaftspolitik der AfD an. „Die AfD ist wirtschaftsfeindlich und wird Arbeitsplätze vernichten“, sagte sie im Streitgespräch mit ihrem Herausforderer Leif-Erik Holm. Sie stehe hingegen für die Stärkung der Wirtschaft. Dazu verwies sie auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze durch neue Milliardenprojekte. Holm wies die Angriffe zurück und warf Schwesig vor, Angst zu verbreiten.
Kritik unter anderem von CDU und Grünen an ihrem Wahlkampf wies sie zurück. Wer wolle, dass sie weiterregiere, müsse die SPD wählen. Nur die Stimmen seien sichere Stimmen gegen die AfD, sagte sie in der Sendung des Norddeutschen Rundfunks.
Holm: Stimmung wird besser, wenn Illegale abgeschoben werden
Auch beim Thema Migration haben sich beide scharf angegriffen. Schwesig nannte die Politik der AfD ausländerfeindlich und warnte vor der Abwanderung von Fachkräften mit Migrationshintergrund. Holm sagte, die Angst sei „ein Versagen der Politik in den letzten zehn Jahren“: Würden illegale Einwanderer konsequent abgeschoben, dann werde auch die Ausländerfeindlichkeit zurückgehen.
Er habe nichts gegen Fachkräfte, betonte Holm. Er machte eine Arbeitserlaubnis und Kenntnisse der deutschen Sprache zur Bedingung für die Einwanderung.
Gewählt wird in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September. In Umfragen schrumpfte zuletzt der Vorsprung der AfD auf die SPD. In einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD nach der Landtagswahl von Sachsen-Anhalt kam die SPD in MV auf 33 Prozent hinter der AfD mit 38 Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF sah die SPD bei 34 Prozent und die AfD bei 37 Prozent. Eine Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild“, die am Tag der TV-Duells veröffentlicht wurde, sah die SPD bei 35 Prozent und die AfD bei 37.
