Wirbel um Schweizer WM-Aus

Ex-Bundesliga-Star hätte nicht vom Platz fliegen dürfen


28.07.2026 – 11:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Breel Embolo (l.): Der Stürmer erhielt nach einer Schwalbe im Viertelfinale die Gelb-Rote Karte. (Quelle: IMAGO/JOERAN STEINSIEK/imago)

Bei der WM war für die Schweiz im Viertelfinale Schluss. Spielentscheidend war dabei wohl auch ein Platzverweis. Jetzt ist klar: Diesen hätte es nicht geben dürfen.

Das Ausscheiden der Schweizer Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in diesem Sommer bekommt wenige Wochen später einen faden Beigeschmack. Das International Football Association Board (Ifab) erklärte nun, dass der Platzverweis gegen den früheren Schalker und Gladbacher Stürmer Breel Embolo nicht hätte gegeben werden dürfen. Grund ist eine fehlerhafte Nutzung des Videoassistenten (VAR).

Was war passiert? Beim Viertelfinale zwischen der Schweiz und Argentinien sah Embolo beim Stand von 1:1 nach 72 Minuten seine zweite Gelbe und damit in der Summe die Rote Karte. Zuvor hatte Gegenspieler Leandro Paredes für ein vermeintliches Foul am 29-Jährigen Gelb erhalten.

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Die Verwarnung wurde jedoch vom VAR geprüft, die Entscheidung kurz darauf von Schiedsrichter João Pinheiro geändert. Paredes Gelbe Karte wurde gestrichen, Embolo wiederum erhielt eine für eine Schwalbe. Die Schweiz verlor in der Folge mit 1:3 nach Verlängerung.

Falsche Anwendung der „Mistaken Identity“-Regel

Das Problem nun: Wie „The Athletic“ unter Berufung auf ein Rundschreiben des Ifab vom Montag berichtet, handelte es sich um eine falsche Anwendung der „Mistaken Identity“-Regel (deutsch: „Falsche Identität“). „Eine Gelbe Karte (Verwarnung), bei der es sich nicht um eine zweite Gelbe Karte handelt, kann nur überprüft werden, um den Spieler zu identifizieren, der das geahndete Vergehen begangen hat“, heißt es in der Stellungnahme des internationalen Gremiums, das die Regeln im Fußball entscheidet. „Das Vergehen selbst kann nicht überprüft/geändert werden.“

Im Fokus: Schiedsrichter João Pinheiro zückte zunächst Gelb gegen Paredes, kurz darauf gegen Embolo. (Quelle: IMAGO/DeFodi.de/imago)

Das bedeutet: Paredes Verwarnung hätte nur überprüft werden dürfen, wenn der falsche Spieler eine Bestrafung erhalten hätte. Hätte Pinheiro also zum Beispiel fälschlicherweise Paredes Teamkollege Lionel Messi Gelb gezeigt, wäre eine Überprüfung zulässig gewesen. Doch dieser Umstand war nicht gegeben.

Vielmehr wurde die „Mistaken Identity“-Regel angewandt, um zwei unterschiedliche Vergehen zu bewerten: das vermeintliche Foul von Paredes und die Schwalbe von Embolo. Doch dieser Vorgang war während der Weltmeisterschaft nicht zulässig. Dementsprechend waren auch die zweite Gelbe Karte für Embolo und damit der Platzverweis ein Fehler. Die Entscheidung hat die Schweiz möglicherweise die erste Teilnahme an einem WM-Halbfinale gekostet.

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