
Es ist leichter gesagt als getan, diesem Juckreiz zu widerstehen, aber aufgekratzte Hautstellen können sich bakteriell mehrfach infizieren, also superinfizieren. Seltener sind angeschwollene Lymphknoten, etwa in der Leistengegend, wahrzunehmen. Außerdem gilt: Filzläuse sind ein Anlass, auch an andere sexuell übertragbare Infektionen zu denken (zum Beispiel Chlamydien, Gonokokken, Syphilis, Hepatitis oder HIV) und sich gegebenenfalls testen zu lassen.
Die Infektion mit den Parasiten hat zwar in den meisten Fällen keine weitreichenden Folgen für die Gesundheit, es gibt allerdings auch keinen hundertprozentig wirksamen Schutz dagegen. Nicht einmal die Benutzung eines Kondoms hält sie davon ab, sich im Zuge eines engen körperlichen Kontakts einen neuen Gastgeber zu suchen. Mehr gefährdet sind Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, ganz gleich ob hetero- oder homosexuell.
Wie bei Haut- und Geschlechtskrankheiten allgemein, kann man sich durch möglichst frühes Aufsuchen des Arztes einen Zeitvorteil gegenüber dem Erreger sichern. Der Arzt verordnet ein Läusemittel, meist Permethrin, einen antiparasitären Wirkstoff, der unter anderem auch bei der Bekämpfung von Kopfläusen zum Einsatz kommt. Daneben existieren auch physikalisch wirkende, also Läuse erstickende Präparate. Sie sind vor allem aus der Kopflaustherapie bekannt.
Nach angemessener Einwirkzeit wird alles gründlich mit Wasser abgespült, und die getöteten Läuse und Nissen lassen sich sorgfältig ablesen. Wer bei dieser Therapie effizienter sein will, kann die Schamhaare rasieren – allein wird man Filzläuse dadurch aber nicht ganz sicher los. Sie flüchten sonst gern auch mal gen Oberschenkellocken. Die Behandlung kann, wenn nötig, eine Woche oder zehn Tage später wiederholt werden – erforderlichenfalls in hartnäckigen Fällen auch mit Ivermectin (Tabletten; Wiederholung nach 7 bis 14 Tagen).
Sind Augenbrauen oder Wimpern befallen, wird der Arzt eine fettende Salbe wie Vaseline oder Olivenöl verordnen, die den Parasiten schlicht die Luft zum Atmen nimmt. Die ungebetenen Gäste werden dann vom Arzt vorsichtig mit der Pinzette entfernt. Wichtig: Insektizide nicht in Augennähe anwenden.
Die Intimgegend wird dann mit einem gut gereinigten Läusekamm bzw. Nissenkamm durchpflügt, um die abgetöteten Läuse, ihre Eier und das Insektizid aus der Schambehaarung zu lösen.
Für im Haushalt oder im Familienverband lebende Intimpartner wird parallel das volle Programm empfohlen: Nur so ist zu verhindern, dass die Parasiten beim Partner überwintern, ehe sie nach erfolgreicher Behandlung einfach zurückkehren. Es droht der Pingpong-Effekt.