Schnee türmt sich bis zum 9. Stock auf

Viele Menschen auf Kamtschatka fühlen sich alleingelassen. Sie berichten von stundenlanger Isolation, fehlender Hilfe und einem Alltag, der sich nur noch ums Überleben dreht. Die Worte, die sie dafür finden, sind drastisch. Auch Sergej, der seine Großmutter eigenhändig aus einer eingeschneiten Wohnung befreien musste, sagte: „Ich fürchte, erst wenn alles freigeschaufelt ist, erfahren wir, wie viele alte, alleinlebende Menschen in ihren Wohnungen in dieser Blockade-Woche gestorben sind.“

Einige Anwohner berichten, dass sie solche Zustände zuletzt in den 1970er- oder 1980er-Jahren erlebt hätten. Damals sei es üblich gewesen, dass Häuser über Nacht vollständig zugeschneit wurden. Die Menschen hätten sich über Dachluken ins Freie gekämpft, sich danach Gänge freigeschaufelt, um überhaupt wieder an die Oberfläche zu gelangen. Auch heute, so scheint es, beginnt das Überleben vieler wieder mit dem Griff zur Schaufel – oft allein, im Schneetreiben, ohne Aussicht auf schnelle Hilfe.

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