
Einziges Bauwerk seiner Art
Dieses einzigartige Schloss lockt im Frühjahr – mit lila Blumen
05.02.2026 – 13:55 UhrLesedauer: 3 Min.
Das Schloss vor Husum ist das einzige Bauwerk seiner Art an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins. Ausgerechnet im zeitigen Frühjahr ist es ein Touristenmagnet.
Zugegeben, der Norden ist nicht gerade verwöhnt mit einer Vielzahl imposanter Schlösser oder Burgen. Während sich im Süden und Westen Deutschlands hinter jeder Flusskurve eine weitere Burgruine oder ein pittoreskes Schlösschen auftürmt, sind solche Bauten in der norddeutschen Tiefebene selten.
Eines dieser raren Schönheiten ist das Schloss vor Husum. Der Name mag irritieren, doch lag das Bauwerk zu seiner Erbauungszeit vor den Mauern der Stadt und ist somit „vor“ und nicht „in“ Husum.
Das Schloss selbst gehört zu den bekanntesten historischen Bauwerken Nordfrieslands und ist zugleich eines der eindrucksvollsten Zeugnisse fürstlicher Baukunst an der schleswig-holsteinischen Westküste. Seine Entstehung ist eng mit der Geschichte des Hauses Schleswig-Holstein-Gottorf verbunden, das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts seine Macht und seinen Repräsentationsanspruch auch außerhalb der Hauptresidenzen sichtbar machen wollte.
In dieser Zeit gewann Husum als Ort mit strategischer Lage und wirtschaftlicher Bedeutung zunehmend an Gewicht. Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf ließ deshalb vor den Toren der damaligen Stadt ein neues Schloss errichten, das nicht nur als standesgemäßer Wohnsitz dienen, sondern zugleich die politische Präsenz des Herzogs in der Region unterstreichen sollte.
Der Bau begann 1577 und wurde 1582 abgeschlossen; architektonisch orientierte man sich am Stil der niederländischen Renaissance, der damals als modern, elegant und zugleich herrschaftlich galt. Das Schloss war von Beginn an als repräsentative Anlage gedacht, die sich durch ihre klare Formensprache, die symmetrische Gestaltung und die Einbindung in eine Wasser- und Gartenlandschaft auszeichnete.
Damit entstand in Husum eine Nebenresidenz, die nicht als Wehrburg geplant war, sondern als Ausdruck fürstlicher Kultur, Ordnung und Selbstbewusstsein – ein Ort, an dem Hofleben, Verwaltung und Repräsentation miteinander verbunden waren.
Bis heute prägt das Schloss mit seinem Wassergraben und dem angrenzenden Park das Stadtbild, und gerade diese Verbindung aus Architektur und Landschaft macht seinen besonderen Reiz aus. Beliebt ist der Schlosspark schon früh im Jahr, ab Februar und März. Wenn die Husumer Krokusblüte einsetzt und sich große Flächen in ein violettfarbenes Blütenmeer verwandeln, zieht dieses Naturereignis jedes Jahr zahlreiche Besucher an.