
Ausflugstipp für Berliner
Romantik pur: Schloss Caputh – barockes Juwel am Templiner See
25.01.2026 – 07:56 UhrLesedauer: 3 Min.
Deckengemälde und einen spektakulären Fliesensaal gibt es in diesem Kleinod mit über 350-jähriger Geschichte zu entdecken. Und von Berlin aus ist man schnell da.
Wenige Kilometer südwestlich von Potsdam liegt Schloss Caputh. Direkt am Templiner See gelegen, gilt es als das älteste, erhalten gebliebene Lustschloss aus der Zeit des Großen Kurfürsten in Brandenburg. Zu sehen gibt es kunstvolle Deckengemälde, einen eindrucksvollen Fliesensaal und regelmäßig wechselnde Ausstellungen – was das Schloss zu einem reizvollen Ziel für einen kleinen Ausflug macht.
Schloss Caputh hat eine über 350-jährige Geschichte. Ab 1662 wurde es im Auftrag des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg erbaut. Später schenkte er es seiner Gemahlin Dorothea, die es zu einem Ort für Sommeraufenthalte und festliche Zusammenkünfte ausbauen ließ.
Eine weitere glanzvolle Zeit erlebte das Schloss Caputh unter dem preußischen König Friedrich I.. Er erschuf einen besonderen Blickfang: Um 1720 ließ er einen Saal im Souterrain mit mehr als 7.500 niederländischen Fliesen auskleiden. Die Fayencen bedecken Wände sowie Decke und zeigen Alltagsszenen, Landschaften und maritime Motive.
Im 18. Jahrhundert wurde das Gebäude verpachtet und später verkauft. Ab 1947 diente es als Berufsschule. Seit 1999 erstrahlt das Schloss wieder in barockem Glanz und steht der Öffentlichkeit als Schlossmuseum zur Verfügung. Besichtigt werden können der Fliesensaal, zwei Kavalierzimmer, der Festsaal, die Wohnungen des Kurfürstenpaares sowie das Porzellankabinett.
Das Schloss ist ein kleines kunsthistorisches Juwel: Originale Möbel und Kunstwerke vermitteln einen Eindruck des höfischen Lebens um 1700. In fast allen Räumen sind die ursprünglichen Decken mit ihren Gemälden und Stuckarbeiten erhalten.
Im Inneren des Schlosses erwarten Besucher neben der historischen Einrichtung auch wechselnde kulturhistorische Ausstellungen. In den Sommermonaten dient das Ambiente als Kulisse für Konzerte und Lesungen.
Auch der Schlosspark ist sehenswert: Der 3,5 Hektar große Landschaftsgarten liegt malerisch am Ufer des Templiner Sees. Der Schlosspark wurde in Anlehnung an einen Plan von Peter Joseph Lenné geschaffen. Mit geschwungenen Wegen und altem Baumbestand eignet er sich gut für einen ruhigen Spaziergang.