Forscher aus Norwegen warnen

Dieses Verhalten verschlechtert den Schlaf vieler Menschen


20.03.2026 – 15:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Schlafprobleme: Sie treten in jedem Lebensalter auf, haben jedoch oft unterschiedliche Ursachen und Ausprägungen. (Quelle: Ridofranz/getty-images-bilder)

Schlaf-Apps versprechen besseren Schlaf, doch sie können auch das Gegenteil bewirken. Eine neue Studie zeigt, wer besonders häufig unter den digitalen Helfern leidet.

Forscher der Universität Bergen in Norwegen haben untersucht, wie Schlaf-Apps auf Nutzer wirken. Die Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachjournal „Frontiers in Psychology“. Dafür befragten sie 1.002 Erwachsene zu ihrem Schlafverhalten und ihren Erfahrungen mit den Anwendungen.

Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) gab an, Schlaf-Apps zu nutzen oder genutzt zu haben. Viele berichteten von positiven Effekten: 48 Prozent sagten, sie hätten durch die Apps mehr über ihren Schlaf gelernt. 15 Prozent empfanden ihren Schlaf sogar als verbessert.

Doch es gibt auch eine Kehrseite. 17 Prozent machten sich mehr Sorgen um ihren Schlaf, und 2,3 Prozent berichteten, dass sich ihr Schlaf verschlechtert habe.

Besonders betroffen sind demnach Menschen mit Insomnie. Dahinter steckt eine Schlafstörung, bei der Menschen regelmäßig Probleme haben, ein- oder durchzuschlafen. Betroffene fühlen sich trotz ausreichend Zeit im Bett nicht erholt und sind oft auch tagsüber beeinträchtigt.

Die Studie zeigt: Gerade diese Gruppe reagiert empfindlich auf die Rückmeldungen der Apps. Die ständige Kontrolle lenkt den Fokus noch stärker auf den Schlaf. Das kann Stress und Angst verstärken und den Schlaf weiter verschlechtern.

Experten diskutieren in diesem Zusammenhang den Begriff Orthosomnie. Damit beschreiben sie ein Verhalten, bei dem Menschen zwanghaft versuchen, ihren Schlaf zu optimieren. Die ständige Selbstüberwachung führt dabei zu innerer Anspannung und genau diese verhindert erholsamen Schlaf.

Die Studie zeigt deutliche Altersunterschiede. Vor allem Menschen zwischen 18 und 50 Jahren reagierten stark auf die Daten der Apps. Sie sahen zwar häufiger Vorteile, berichteten aber auch deutlich öfter über Stress und Sorgen. Ältere Nutzer hingegen blieben gelassener und bewerteten Schwankungen im Schlaf eher als normal.

Die Forscher empfehlen einen bewussten Umgang mit Schlaf-Apps. Wer sich durch die Daten gestresst fühlt, sollte sich genauer informieren, wie die Werte entstehen. Hilft das nicht, kann es sinnvoll sein, das Tracking nachts auszuschalten oder das Gerät abzulegen. Wichtig bleibt: Der eigene Körper ist oft der bessere Maßstab als jede App.

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