Warnung aus Hamburg

Schiffbauverband schlägt Alarm wegen China-Abhängigkeit

24.01.2026 – 08:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Kranschiff beim Aufstellen von Windrädern im Meer (Symbolfoto): Zum Errichten eines solchen Windparks sind bis zu 150 Speziaschiffe im Einsatz. (Quelle: IMAGO/Mischa Keijser/imago)

Der Hamburger Verband für Schiffbau und Meerestechnik warnt vor einem massiven Engpass bei Spezialschiffen für Offshore-Windparks.

Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) hat vor einem drohenden Mangel an Spezialschiffen für den Ausbau von Offshore-Windparks gewarnt. Der Ausbau der Windenergie auf dem Meer erfordere unterschiedliche Spezialschiffe wie Installations- und Kabellegeschiffe, sagte VSM-Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken.

„Deutschland verfügt hierbei über sehr begrenzte eigene Kapazitäten“, betonte Lüken. Er begründet die Einschätzung damit, dass Windenergieanlagen zunehmend größer werden. Die Anlagen entstehen zudem in wachsender Entfernung zur Küste. Der aus Sicht des VSM drohende Engpass betreffe besonders die leistungsstarken Schiffe für diese Entwicklungen.

Bislang seien es überwiegend ausländische Reedereien, die die Spezialschiffe bereitstellten, sagte Lüken der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem chinesische Reedereien bauten diese Spezialschiffe. Nach Vorstellung des Verbands aus Hamburg sollten die benötigten Schiffe künftig in Deutschland und Europa gebaut werden. Der VSM vertritt die Interessen von Werften und Zulieferern.

Nach Kenntnis des Bundesverbands Windenergie Offshore sind während der Errichtung eines Windparks über 18 Monate rund 120 bis 150 Spezialschiffe im Einsatz. Zum gleichen Zeitpunkt könnten es bis zu 40 Schiffe sein.

Eine Gesamtübersicht zur Zahl der eingesetzten Schiffe liegt dem Verband nicht vor. „Da je nach Bauphase, Projektgröße und Jahreszeit sehr unterschiedliche Schiffstypen und -kapazitäten benötigt werden“, teilte dieser mit.

Ziel der Bundesregierung ist es, die Kapazität der Stromerzeugung aus Offshore-Windenergie bis 2030 auf 30 Gigawatt (GW) auszubauen. Bis 2035 sollen die Windparks eine Leistung von 40 GW erbringen können. Bis 2045 sollen 70 Gigawatt erreicht werden. Laut dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sind in der deutschen Nord- und Ostsee derzeit mehr als 1.600 Anlagen installiert. Diese weisen eine Gesamtleistung von rund 9,2 GW auf.

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