Leichenfund am Tümpel

Mordfall Fabian: Satz von Gina H. macht Polizist stutzig


Aktualisiert am 02.06.2026 – 11:56 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Angeklagte im Mordfall Fabian, Gina H., mit ihren Verteidigern Thomas Löcker und Andreas Ohm: Sie soll Fabian mit sechs Messerstichen getötet haben.

Die Angeklagte im Mordfall Fabian, Gina H., mit ihren Verteidigern Thomas Löcker (M.) und Andreas Ohm (r.): Sie soll Fabian mit sechs Messerstichen getötet haben. (Quelle: Bernd Wüstneck/dpa)

Achter Prozesstag im Fall Fabian aus Güstrow: Es kommt zum Schlagabtausch zwischen dem Vorsitzenden Richter und Gina H.s Anwalt. Dann sagt ein wichtiger Zeuge aus.

Am achten Prozesstag im Fall Fabian vor dem Landgericht Rostock hat der Polizist ausgesagt, der am 14. Oktober des vergangenen Jahres als Erster am Fund- und Tatort, einem Tümpel bei Klein Upahl, war. Zum Start kam es zu hitzigen Szenen im Gerichtssaal, ausgelöst von Gina H.s Verteidiger.

Der Achtjährige war mit sechs Messerstichen getötet worden. Unter Mordverdacht steht die 30-jährige Gina H., die Partnerin von Fabians Vater. Sie soll den Jungen heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet haben, um die damals angeschlagene Beziehung zu Fabians Vater zu retten. Fabian soll sie dabei als Störfaktor empfunden haben. Bis zu einem Urteil gilt für Gina H. die Unschuldsvermutung.

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Fall Fabian aus Güstrow: Richter weist Anwalt zurecht

Zu Beginn des achten Prozesstags kam es noch vor den ersten Zeugenaussagen zu einem Schlagabtausch zwischen dem Vorsitzenden Richter Holger Schütt und Thomas Löcker, einem der Verteidiger der Angeklagten. Löcker kündigte an, eine Erklärung zu den vorgebrachten Indizien aus der vergangenen Woche abgeben zu wollen. Der Richter wies ihn laut „Bild“-Zeitung darauf hin, dass dies nur unmittelbar nach der Beweisaufnahme zulässig sei. Als Löcker sagte, er habe fünf Seiten ausgedruckt und vorbereitet, stoppte ihn der Richter. „Dafür haben Sie den Schlussvortrag“, so Schütt. Der Verteidiger reagierte: „Der Schlussvortrag wird Stunden dauern.“ Am Ende einigten sich die beiden darauf, dass Löcker eine frei vorgetragene Erklärung abgeben darf.

Vorsitzender Richter Holger Schütt im Mordfall Fabian: Er wies den Anwalt von Gina H. zurecht. (Quelle: Bernd Wüstneck/dpa)

Zum Inhalt der Erklärung äußerte sich Löcker bereits vorab im Gespräch mit t-online: Er halte es aufgrund der vorgebrachten Indizien für unwahrscheinlich, dass seine Mandantin tatsächlich die Täterin sei. Konkret betonte er, an der Kleidung von Gina H. seien weder Blut- noch sonstige relevante Spuren gesichert worden. Auch Spuren von Brandbeschleuniger seien an ihrer Kleidung nicht festgestellt worden. Gina H. soll Fabians Leichnam nach Überzeugung der Ermittler aber mittels Flüssiggrillanzünder in Brand gesetzt haben, um Spuren zu verwischen.

Mordfall Fabian: Anwalt überrascht mit Theorie

Zudem äußerte sich Löcker zu fehlenden Sensor-Daten von Gina H.s Auto, einem orangefarbenen Ford Ranger. Ein Gutachter hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass das Fahrzeug sämtliche Vorgänge, etwa das Öffnen von Türen oder auch die Standortdaten, minutiös aufgezeichnet habe – allerdings nicht im Zeitraum zwischen dem 3. September und dem 13. Oktober. Dass ausgerechnet die Daten aus dem Tatzeitraum fehlten, sei „komisch“, so der Gutachter. Dass die Daten manipuliert sein könnten, halte er für unwahrscheinlich, eher komme ein technischer Defekt infrage.

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