Sabotage an Bahnstrecken am ersten Tag der Winterspiele 2026

„Menschen, die Italien schaden wollen“

Nach Olympia-Eröffnung: Sabotage an Bahnstrecken

07.02.2026 – 23:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Einsatzkräfte sind in der Nähe des Bahnhofs von Pesaro aktiv, vor ihnen steht eine Bahn. Auf der Strecke zwischen Bologna und Ancona geriet in der Nähe des Bahnhofs von Pesaro eine Stromkabine in Brand. (Quelle: Davide Gennari)

In Italien hat es am ersten Olympiatag erhebliche Störungen im Bahnverkehr gegeben. Die Behörden sprechen von Anschlägen.

Am ersten Tag der Olympischen Winterspiele 2026 in Italien hat ein Sabotageakt den Bahnverkehr in weiten Teilen Italiens erheblich gestört. Betroffen waren zentrale Strecken bei Bologna und Pesaro, was zu Verspätungen und Zugausfällen von bis zu 100 Minuten führte, wie italienische Medien berichteten. Die Störungen konnten erst am Nachmittag behoben werden.

Nach Angaben der Ermittler wurden mehrere Bahnanlagen gezielt beschädigt. Die Ermittler vermuten die Täter im anarchistischen Milieu, bislang gibt es jedoch kein Bekennerschreiben, und andere Motive können nicht ausgeschlossen werden. Verkehrsminister Matteo Salvini zeigte sich laut dem TV-Sender Rai kämpferisch: In Bologna habe es, so sagte er, „einen geplanten Anschlag“ von Menschen gegeben, die „Italien schaden wollen“.

In Bologna wurde sowohl die Hochgeschwindigkeitsstrecke als auch die konventionelle Linie auf der Verbindung Bologna–Venedig beschädigt. Unbekannte setzten dort Kabel in Brand und legten einen Weichenbereich lahm, wodurch der Verkehr zwischen Nord- und Süditalien stark beeinträchtigt war. Die Schäden wurden nach Abschluss der Spurensicherung repariert.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich nahe Pesaro auf der Adriastrecke zwischen Ancona und Rimini. Dort wurde durch einen Brand eine technische Anlage für eine Weiche zerstört, die Feuerwehr musste eingreifen. Zunächst konnte nur ein Gleis wieder freigegeben werden, der vollständige Betrieb folgte später.

Die Ermittler prüfen laut Staatsanwaltschaft alle Richtungen, auch einen möglichen terroristischen Hintergrund. Hinweise deuten nach ihren Angaben auf einen gezielten, symbolischen Akt hin, ein Zusammenhang mit dem Beginn der Winterspiele wird untersucht. Offizielle Bestätigungen zu den Tätern gab es zunächst nicht.

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