Angriffe auf Energieversorgung

Sabotage am Stromnetz: Polizei findet Bekennerschreiben

Aktualisiert am 08.09.2026 – 09:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Ermittler suchen weiter nach dem Strom-Saboteur. (Quelle: str/dpa/dpa-bilder)

Die Sabotage-Serie an Hochspannungsleitungen beschäftigt die Polizei. Der Tatverdächtige konnte bislang nicht gefunden werden – dafür aber ein Schreiben, in dem sich jemand zur Tat bekennt.

Nach dem Fund mehrerer Sprengvorrichtungen in der Nähe von Hochspannungsleitungen an einem Kraftwerk bei Aachen hat die Polizei ein weiteres Bekennerschreiben gefunden. Der Inhalt könne aus taktischen Gründen nicht näher kommuniziert werden, teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen dauern weiter an. Die Suche nach einem 48-Jährigen aus Gevelsberg, der mehrere Sabotage-Angriffe auf das deutsche Stromnetz verübt haben soll, blieb nach Polizeiangaben bislang erfolglos.

Rund um das Kraftwerk Weisweiler in Eschweiler bei Aachen war die Polizei seit Montagnachmittag mit zahlreichen Kräften im Einsatz und hatte intensiv nach dem Tatverdächtigen gefahndet und Spuren gesichert. Nach einem Hinweis auf eine verdächtige Person im Umfeld des Kraftwerks waren dort Abschussvorrichtungen gefunden worden. Mit ihnen sollte vermutlich ein Kurzschluss an den nahe gelegenen Hochspannungsleitungen ausgelöst werden.

Um die Abschussvorrichtungen unschädlich zu machen, rückten am Montag zunächst Entschärfer aus dem Landeskriminalamt an, wie ein Polizeisprecher sagte. Dazu wurde zeitweise auch die Bundesautobahn 4 in der Nähe gesperrt.

Blitze und Knallgeräusche zu hören

Während der Suche waren am Montagabend gegen 21 Uhr nach Polizeiangaben Blitze und Knallgeräusche zu hören. Schäden seien bislang nicht festgestellt worden. Weil der Bereich wegen der einsetzenden Dunkelheit und der Vegetation nicht weiter abgesucht werden konnte, werde die Suche am Dienstagmorgen fortgesetzt, hieß es. Zusätzlich seien Beamte der Bereitschaftspolizei angefordert worden. Die Bundespolizei Aachen unterstütze die Maßnahmen zudem durch den Einsatz einer Drohne mit Wärmebildkamera.

Im Zusammenhang mit der Serie von Sabotage-Aktionen gegen das Stromnetz in mehreren Bundesländern fahnden die Behörden bereits seit Tagen ohne Erfolg nach dem 48-Jährigen. Er soll an mehreren Orten in Brandenburg und NRW versucht haben, mit selbstgebauten Raketen einen dünnen Draht über die Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss auszulösen.

In Bergheim westlich von Köln waren dadurch mehrere Blöcke eines Kraftwerks lahmgelegt worden, zu Stromausfällen kam es aber nicht. Auch bei Jänschwalde in Brandenburg war ein solcher Angriff auf das Stromnetz erfolgreich. Zu Taten in Brandenburg und NRW gibt es bereits Bekennerbriefe, die die Ermittlungsbehörden für authentisch halten und dem gesuchten 48-Jährigen zuordnen.

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