In der Ostsee
Russland setzte wohl Schiff von deutscher Reederei fest
01.10.2026 – 19:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Finnischen Meerbusen stoppt Russland ein Handelsschiff. Es handelt sich um einen Frachter, der von einer deutschen Reederei betrieben wird.
Russlands Grenzschutz hat am Donnerstag im Finnischen Meerbusen den Frachter Västerbotten festgesetzt. Das Schiff war auf dem Weg vom schwedischen Mönsterås zum estnischen Hafen Sillamäe, als es in russischen Hoheitsgewässern gestoppt wurde. Das Schiff fährt unter zypriotischer Flagge – ein in der Handelsschifffahrt verbreitetes Mittel, um von günstigeren Steuer- und Regulierungsbedingungen zu profitieren. Betrieben wird es von der deutschen Reederei Navalis Shipping aus Oldendorf in Niedersachsen.
Die Västerbotten fuhr in der Nacht zum Donnerstag in russische Gewässer ein und lag ab etwa 6 Uhr morgens rund acht Stunden lang fest – rund 13 Kilometer südlich der Insel Bolschoi Tyuters. Gegen 14 Uhr wurde das Schiff freigegeben und befindet sich inzwischen in estnischen Gewässern. Eine Begründung für die Festsetzung nannte die russische Seite nicht. Die Reederei wollte sich auf Anfrage von t-online „zurzeit“ nicht zu dem Vorfall äußern.
Das Schiff hatte eine Route gewählt, die nach internationalem Seerecht zulässig ist: Die friedliche Durchfahrt durch fremde Territorialgewässer ist für alle Schiffe erlaubt. Allerdings darf ein Küstenstaat Schiffe dabei kontrollieren. Are Piel, Leiter der Schiffsverkehrsverwaltung der estnischen Transportbehörde, erklärte, die Situation sei unangenehm, aber nicht ungewöhnlich: „Offenbar hielt die russische Verwaltung es für notwendig, dieses Schiff zu inspizieren.“
Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Im Mai 2025 hatte Russland bereits den Tanker Green Admire aus Sillamäe festgesetzt. Daraufhin wies die estnische Transportbehörde Schiffe an, den Hafen künftig ausschließlich über estnische Gewässer anzulaufen – eine Vorgabe, die im Fall der Västerbotten offenbar nicht eingehalten wurde.
