
Beliebte Modelle betroffen
Radverlust möglich: Honda ruft Tausende Autos zurück
10.02.2026 – 18:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Der japanische Autohersteller Honda muss Modelle der Baureihen Civic und HR-V in die Werkstatt rufen. Ein Fehler eines Zulieferers kann gefährliche Folgen haben.
Honda startet einen großen Rückruf für zwei seiner meistverkauften Modelle. Weltweit müssen 700.318 Fahrzeuge der Baureihen Civic und HR-V in den Werkstätten überprüft werden, davon 31.959 in Deutschland. Das teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mit, das die Aktion überwacht. Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum von November 2014 bis Juli 2021.
Grund für den Rückruf ist ein mögliches Problem an den montierten Rädern. Nach Angaben des KBA könnten an einzelnen Fahrzeugen Felgen verbaut worden sein, bei denen in den Befestigungsbohrungen eine wichtige Komponente fehlt. Dabei handelt es sich um eingepresste Buchsen aus legiertem Stahl, die für eine sichere Verbindung zwischen Rad und Fahrzeug notwendig sind.
Diese Buchsen gewährleisten, dass die Radmuttern mit dem korrekten Drehmoment angezogen werden können. Fehlen sie, könnten sich die Muttern mit der Zeit lösen – und mit ihnen das Rad. Im schlimmsten Fall drohen Unfälle.
Nach Angaben der Behörde sind dem Hersteller bislang keine Sach- oder Personenschäden bekannt, die mit diesem Mangel in Verbindung stehen. Der Rückruf erfolgt vorsorglich.
Wie „kfz-rueckrufe.de“ unter Berufung auf Unterlagen der US-Verkehrssicherheitsbehörde berichtet, sollen die betroffenen Räder aus der Produktion eines italienischen Zulieferers stammen. Demnach gelangten dort während Bauarbeiten unfertige Felgen in den Bereich für Fertigprodukte, nachdem ein Trennzaun entfernt worden war. Die Räder hätten so die Endkontrolle übersprungen. Der Mangel sei erstmals im Juli 2024 bei einer Inspektion eines Kundenfahrzeugs in Japan aufgefallen. Weitere Untersuchungen hätten das Problem bis April 2025 weltweit bestätigt. Unfälle oder Verletzungen seien den Behörden zufolge nicht bekannt.
Nach dem derzeitigen Stand hat der Hersteller keine Angaben dazu gemacht, ob sich der Rückruf auf bestimmte Ausstattungen oder Felgentypen eingrenzen lässt.
Betroffene Halter werden gebeten, einen Termin bei einer Vertragswerkstatt zu vereinbaren. Dort prüfen die Mitarbeiter die montierten Räder beziehungsweise Felgen auf das Vorhandensein der Stahlbuchsen. Sollte sich herausstellen, dass diese fehlen, werden die betroffenen Räder kostenlos ausgetauscht.
Für Fahrzeughalter entstehen durch den Rückruf keine Kosten. Wie lange der Werkstattaufenthalt dauert, hängt davon ab, ob lediglich eine Kontrolle notwendig ist oder ein Austausch der Räder erfolgt.
Das Kraftfahrt-Bundesamt führt den Rückruf unter der Referenznummer 15765R. Honda nutzt für die Aktion den internen Rückrufcode 6HA. Die Behörde überwacht den Ablauf der Maßnahme.