Rudi Cerne zu Sparkassen-Coup in Gelsenkirchen

Cerne hält das Vorgehen der Täter für „zutiefst verwerflich“. Manch einer habe in dem Schließfach „zigtausend Euro für das Alter angespart – und dann wird das alles in so einem Jahrhundert-Coup zunichtegemacht.“

Thomas Nowaczyk hofft auf einen Ermittlungserfolg durch „Aktenzeichen XY“. Er ist Sprecher der Gelsenkirchener Polizei. Raubüberfälle, Einbrüche und Gewalttaten jeglicher Art sind für ihn und seine Kollegen Alltag. Aber so einen Fall hat auch er noch nie erlebt: „Es gibt bei uns aktuell kein anderes Thema“, sagt Nowaczyk t-online.

Ihm zufolge werden während der ZDF-Sendung viele Polizisten im Einsatz sein, um Hinweise telefonisch entgegenzunehmen. „Wer hat die Fluchtwagen vor oder nach der Tat gesehen? Gibt es sonstige Zeugen, die etwas von der Tat mitbekommen haben?“ Das seien die drängendsten Fragen, bei denen er auf Antworten hoffe.

Seit dem Coup haben Thomas Nowaczyk und sein Team keine ruhige Minute mehr: In den Tagen nach dem Einbruch versuchten Hunderte aufgebrachte Kunden, vor Ort an Informationen zu kommen. Die Polizei riegelte das Gebäude ab. In diesen Tagen haben nun die Vernehmungen der Betroffenen begonnen. So soll geklärt werden, wie hoch der Schaden tatsächlich ist. Mehr als 200 Ermittler arbeiten in Zwölfstundenschichten an dem Fall.

Die Täter hinterließen Spuren: Überwachungskameras filmten, wie die Unbekannten mit einem Audi RS 6 sowie einem Mercedes-Kleintransporter flüchteten. Die Kennzeichen der Wagen wurden Anfang Januar, rund eine Woche nach der Tat, in einem Mülleimer am Dortmunder Hauptbahnhof entdeckt. Wer sie dort abgelegt hat? Unklar. „Wir haben keine heiße Spur“, sagt Nowaczyk.

Es dürfte sich bei den Tätern um Profis handeln. Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte Mitte des Monats im Landtag gesagt, man fühle sich wie in „einem Kinofilm, was Professionalität und Kaltschnäuzigkeit angeht“. Es sei nicht „klein Fritzchen“, der sich solch eine Tat ausgedacht habe, so Reul.

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