Roadster mit Klappdach wirbelte Cabrio-Markt auf

Erfolgsmodell der 90er

Wie der Mercedes SLK zur offenen Legende wurde


02.02.2026 – 13:58 UhrLesedauer: 4 Min.

Freche Farbe: Der Mercedes-Benz SLK kam 1996 in der auffälligen Kommunikationsfarbe Yellowstone-Gelb in den Handel. (Quelle: Mercedes-Benz)

Coupés und Cabrios galten vor 30 Jahren noch als besonders cool. Mercedes zeigte vor 30 Jahren mit dem SLK den ersten Mix daraus – die ersten Exemplare sind nun Oldtimer.

Ein Mercedes, der Coolness ausstrahlt? In den Neunzigerjahren waren die Autos aus Stuttgart vor allem für ihren Komfort und ihre solide Technik bekannt, weniger aber für ihre Jugendlichkeit.

Der Mercedes SLK – das Kürzel steht für „Sportlich, Leicht, Kurz“ – war entsprechend eine Sensation: Nur er faltete ein „Variodach“ aus Stahl auf Knopfdruck elektrohydraulisch zusammen, in 25 Sekunden verschwand es komplett im Kofferraum und verwandelte das angedeutet keilförmige Coupé in einen offenen Roadster. Ein solches Klapp-Ballett beherrschte bis dahin kein Serienauto: Die Idee der zwei Autos in einem setzte zuerst Peugeot um. Die Eclipse-Modelle 301 bis 601 avancierten in den 1930ern zum Dernier Cri der Pariser Schickeria. Aber eben mit einteiligem Dach.

Roadster hatten zu jener Zeit in der Regel ein Stoffverdeck: 1996 brachte BMW einen klassischen Stoffdach-Sportwagen nach dem Vorbild des Mazda MX-5, Porsche brachte mit dem Boxster einen Mittelmotor-Sechszylinder im Stil früherer Racer. Mercedes wagte mit dem SLK etwas noch nie Dagewesenes – und wurde belohnt. Noch bevor die ersten in Yellowstone-Gelb lackierten SLK im Straßenverkehr für Aufsehen sorgten, gab es lange Lieferzeiten: Der SLK avancierte zum Trendsetter.

Der Weg zum fertigen Modell wurde durch einen weiten Spannungsbogen beschritten: Im Frühjahr 1994 stand das erste Concept Car auf dem Turiner Salon – aber noch ohne Dachkonstruktion. Ein halbes Jahr später machte eine zweite SLK-Studie auf dem Design-Catwalk des Pariser Salons Furore, nun mit elektrohydraulischem, mehrteiligem Klappdach. „Ein Design, das sich ausschließlich am Heute, an der aktuellen Moderne orientiert, ist kein Mercedes-Design“, erklärte der damalige Chefdesigner Bruno Sacco mit Blick auf diese formal völlig eigenständig und progressiv auftretende erste SLK-Studie, die sich gleichwohl in Details wie dem Überrollschutz hinter den Sitzen historische Reminiszenzen an den legendären Mercedes 300 SLR von 1955 erlaubte.

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