Rewe, Lidl, Kaufland, Edeka: Verbraucherzentrale warnt vor Supermarkt-Apps

Lidl, Rewe und Co.

Verbraucherzentrale warnt vor Supermarkt-Apps


20.01.2026 – 12:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Rewe Bonus-App auf Smartphone: Manipulative Designs beeinflussen das Kaufverhalten. (Quelle: Lobeca/imago-images-bilder)

Experten fordern ein Verbot manipulativer Designs von Supermarkt-Apps. Eine Studie zeigt, wie groß die Kluft zwischen gefühlter und tatsächlicher Ersparnis ist.

Die Verbraucherzentrale hat Supermarkt-Apps wie Lidl Plus, Rewe Bonus und Kaufland unter die Lupe genommen. Eine aktuelle Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeigt, dass die Apps das Kaufverhalten der Nutzer beeinflussen. Demnach haben zwei Drittel der Nutzer in den vergangenen zwei Jahren zusätzliche Produkte gekauft, nur um weitere Angebote freizuschalten oder Bonuspunkte zu sammeln.

93 Prozent der befragten App-Nutzer haben das Gefühl, durch Coupons und Rabatte Geld zu sparen – manchmal oder sogar bei jedem Einkauf. Die tatsächliche Ersparnis falle jedoch deutlich geringer aus. Laut dem Preisvergleichsportal Smhaggle liegt die tatsächliche Ersparnis im Durchschnitt bei maximal zwei Prozent, wie die Verbraucherzentrale berichtet.

Besonders kritisch sehen die Verbraucherschützer den Einsatz spielerischer Elemente in den Apps. Rabattstufen, digitale Rubbellose oder Gewinnspiele – bekannt aus dem Onlinehandel – sollen Kunden länger in der App halten und zum Mehrkonsum animieren. Bei Rewe etwa können Nutzer durch einen „Bonus-Booster“ gestaffelte Rabatte freischalten, wenn sie einen bestimmten monatlichen Einkaufswert erreichen. Lidl bietet in seinem „Rabattsammler“ neben Gutschriften auch Gratisprodukte an.

Solche Mechanismen können eine starke Anreizwirkung entfalten, warnen die Verbraucherschützer. Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass Rabattmöglichkeiten in den Apps ihre Kaufentscheidungen zumindest manchmal beeinflussen. 14 Prozent sehen sich sogar immer beeinflusst. Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, sagt: „Gerade in Zeiten hoher Lebensmittelpreise gilt: Rabatte dürfen nicht von der App-Nutzung abhängen.“

Denn um die Rabatte nutzen zu können, müssen Verbraucher ein Nutzerkonto anlegen und persönliche Daten preisgeben. Je nach App werden neben der E-Mail-Adresse auch Geburtsdatum, Mobilfunknummer oder Angaben zum Haushalt abgefragt. Die Apps können zudem einzelne Kauftransaktionen erfassen – etwa durch QR-Codes, die an der Kasse gescannt werden. Diese Daten ermöglichen es den Supermärkten, detaillierte Profile über das Einkaufs- und Ernährungsverhalten ihrer Kunden zu erstellen.

Allerdings sei vielen Nutzern nicht klar, wie ihre Daten verwendet werden. Nur 18 Prozent der Befragten hätten die Datenschutzhinweise und Allgemeinen Geschäftsbedingungen vollständig gelesen, so der vzbv. 41 Prozent hätten sie teilweise gelesen oder durchgescrollt, 40 Prozent gar nicht. 26 Prozent sei nur teilweise bekannt, dass ihre Daten analysiert werden.

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