
Die Wirtschaftsweisen haben noch mehr Ideen, wie bei der gesetzlichen Rente gespart werden kann. Eine davon: höhere Abschläge auf die Rente für langjährig Versicherte. Diese kann man ab 63 Jahren beziehen, sofern man bis dahin mindestens 35 Beitragsjahre zusammenhat. Das taten zuletzt 251.000 Menschen, mehr als ein Viertel aller 2024 erstmals gezahlten Altersrenten.
Die Option, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen, soll zwar auch nach dem Willen der Ökonomen erhalten bleiben, aber eben zu schlechteren Konditionen. „Derzeit sind die Rentenabschläge zu niedrig, sie müssen steigen“, sagt Werding. „Für jedes Jahr, das Rentner früher gehen, werden 3,6 Prozent abgezogen. Versicherungsmathematisch korrekt wären Abschläge zwischen 5 und 7 Prozent.“
Bewertung: Fallen die Abschläge höher aus, zahlt die Rentenversicherung den langjährig Versicherten geringere Renten. Die Maßnahme würde also sofort die Ausgaben senken. Gleichzeitig könnten die höheren Abzüge dazu führen, dass weniger Menschen die frühere Rente in Anspruch nehmen oder das erst später tun als bisher. Schließlich reduzieren sich die Abschläge mit jedem Monat, den man später in Rente geht. Auch die Einnahmen der Rentenversicherung würden dadurch höher ausfallen, weil Menschen länger einzahlen würden.
Neben der Rente für langjährig Versicherte gibt es noch die Rente für besonders langjährig Versicherte. Diese war mal ab 63 Jahren möglich und hieß daher auch „Rente mit 63“. Inzwischen liegt die Altersgrenze höher und steigt noch weiter, bis sie für alle Jahrgänge ab 1964 bei 65 Jahren liegt. Weitere Voraussetzung sind mindestens 45 Beitragsjahre. Wer das schafft, kann vorzeitig in Rente gehen, ohne Abschläge in Kauf nehmen zu müssen.
Die Wirtschaftsweisen würden diese Rentenart gerne komplett abschaffen. „Sie hilft den Falschen. Stark belastete Arbeitnehmer wie Dachdecker oder Krankenschwestern erreichen oft gar keine 45 Beitragsjahre“, sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrats, Monika Schnitzer, der „Rheinischen Post“. Im Koalitionsvertrag ist jedoch ausdrücklich vereinbart, an der „Rente mit 63“ nicht zu rütteln.
Bewertung: Untersuchungen zeigen, dass die abschlagsfreie Frührente tatsächlich eher von Menschen genutzt wird, die es sich leisten können und keine gesundheitlichen Probleme haben. Zudem gehen deutlich mehr Menschen auf diese Art in Rente als bei ihrer Einführung angenommen. So gehen dem System wertvolle Arbeitskräfte und Beitragszahler verloren. Zudem ist fraglich, wie sinnvoll es ist, einen Anreiz für eine frühere Rente zu setzen, wenn man Menschen mit der Aktivrente gleichzeitig zur Weiterarbeit bewegen will.