Seit dem Rennen in Japan ist zudem auch die Sicherheit der Piloten in den Mittelpunkt gerückt. Bereits vor Wochen hatten die Piloten, darunter auch Weltmeister Norris, vor heftigen Auffahrunfällen gewarnt. Durch unterschiedliche Batterieladung und den Überholboost könne es auf der Strecke zu Geschwindigkeitsunterschieden von bis zu 50 Kilometern pro Stunde kommen, warnte er. „Es ist Chaos“, sagte Norris nach dem Rennen in Australien: „Wir werden einen großen Unfall haben.“ Die Fahrer könnten „nur darauf warten, dass etwas passiert und etwas furchtbar schiefgeht, und das ist keine angenehme Situation“.
Norris weiter: „Wenn man sich bei dieser Geschwindigkeit trifft, dann fliegst du, dann fliegst du über den Zaun, und du kannst dir und vielleicht auch anderen großen Schaden zufügen. Das ist ein ziemlich schrecklicher Gedanke“. In Japan schienen sich seine Warnungen dann zu bewahrheiten. Haas-Pilot Oliver Bearman schloss mit hohem Geschwindigkeitsüberschuss auf Franco Colapinto auf. Zwar konnte er dem Alpine gerade noch ausweichen, kam dabei aber von der Strecke ab, verlor die Kontrolle und schlug mit hoher Geschwindigkeit in die Streckenbegrenzung ein. Dabei zog er sich eine schwere Knieprellung zu.
Williams-Pilot Carlos Sainz fand daraufhin deutliche Worte: „Wir haben schon lange davor gewarnt, dass so etwas passieren könnte“, sagte er. Vor dem nächsten Rennen in Miami müsse eine Lösung her, denn gerade auf Stadtkursen, wo es weniger Auslaufzonen gibt als auf normalen Rennstrecken, könne ein derartiger Unfall noch schlimmer ausgehen. „Stellen Sie sich nun vor, Sie fahren in Baku, Singapur oder Las Vegas“, sagte Sainz, wo solche „Unfälle direkt neben den Mauern“ stattfinden würden.
Die Regelhüter des internationalen Automobilverbandes Fia kündigten daraufhin an, dass „nach der ersten Phase der Saison eine strukturierte Überprüfung stattfinden werde“. Genau mit diesen Analysen wurde nun begonnen. Dass die Technikchefs der Teams und vor allem Vertreter der Motorenbauer bei den Beratungen dabei waren, ist dabei entscheidend. Denn Anpassungen am Reglement haben gleich mehrere Hürden.
