Rekordergebnis bei Volksbanken

Warum Sparer trotzdem kaum Zinsen bekommen


10.03.2026 – 16:33 UhrLesedauer: 3 Min.

Leuchtreklameschild der Volksbanken: Die Bank verdient so viel wie nie, doch beim Tagesgeld bleiben die Zinsen niedrig. (Quelle: Elke Münzel/imago-images-bilder)

Für Volksbanken lief das Jahr hervorragend. Für viele Sparer sieht die Bilanz dagegen deutlich schlechter aus. Experten sehen darin keinen Zufall.

Trotz der schwachen Wirtschaft haben die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich. Der Jahresüberschuss vor Steuern stieg um 10,1 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Das teilte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2025 in Frankfurt mit. Damit erreichten die Institute ein neues Rekordniveau und übertrafen ihre eigenen Ziele. Auch für 2026 zeigt sich der Verband optimistisch.

Für viele Sparer klingt diese Erfolgsmeldung allerdings weniger erfreulich. Denn obwohl die Kundeneinlagen um 3,7 Prozent auf insgesamt 925 Milliarden Euro stiegen, zahlen viele Volksbanken vergleichsweise niedrige Zinsen auf Tagesgeld. Warum bieten viele Volksbanken ihren Kundinnen und Kunden beim Tagesgeld so geringe Zinsen?

Eine Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt deutliche Unterschiede zwischen regionalen Banken und bundesweit verfügbaren Angeboten. Verivox untersuchte dafür die Tages- und Festgeldzinsen von mehr als 800 Banken und Sparkassen für eine Anlagesumme von 10.000 Euro.

Das Ergebnis: Überregionale Banken und Direktbanken bieten über alle Sparprodukte hinweg meist höhere Zinsen als regionale Genossenschaftsbanken.

Besonders groß ist der Abstand beim Tagesgeld. Volks- und Raiffeisenbanken sowie regionale PSD- und Sparda-Banken zahlen im Schnitt nur 0,42 Prozent. Bundesweit verfügbare Tagesgeldangebote bringen dagegen durchschnittlich 1,30 Prozent – also mehr als das Dreifache.

Quelle: Verivox, Stand: 1.3.2026

Beim Festgeld, also einer Geldanlage mit fester Laufzeit und garantiertem Zinssatz, fallen die Unterschiede deutlich kleiner aus. Der Grund liegt laut Verivox-Chef Oliver Maier im Aufbau des Produkts Tagesgeld. „Denn anders als beim Festgeld gelten Konditionsanpassungen hier nicht nur für Neuabschlüsse, sondern auch für alle bereits beim Kreditinstitut angelegten Gelder“, erklärt der Finanzexperte.

Steigen die Zinsen also stark, müssen Banken diese höheren Konditionen sofort für sämtliche bestehenden Tagesgeldkonten zahlen. Das kann ihre Kosten schnell deutlich erhöhen.

Dass viele Volksbanken beim Tagesgeld zurückhaltend bleiben, ist daher kein Zufall. Dahinter steckt oft eine strategische Entscheidung. Regionale Genossenschaftsbanken verfügen meist über viele langjährige Kunden. Diese legen ihr Geld häufig nicht allein wegen der höchsten Zinsen an, sondern schätzen Filialen vor Ort und persönliche Beratung. Gleichzeitig stehen überregionale Banken und Direktbanken in einem deutlich stärkeren Wettbewerb und locken deshalb mit hohen Zinsen, um neue Kunden und Einlagen zu gewinnen.

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