Checkliste Reiseapotheke: Diese Medikamente gehören hinein

Wichtig sind zudem Desinfektionsmittel sowie Verbandmaterial, Wundsalben und Pflaster zur Versorgung von kleinen Verletzungen, so die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Wenn Sie in warme Gefilde oder im Sommer verreisen, sind Sonnenschutz und Mittel gegen Insektenstiche unverzichtbar. Prof. Tomas Jelinek, Facharzt für Tropenmedizin und medizinischer Direktor am Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin, empfiehlt eine niedrig dosierte Cortisoncreme: Sie hilft kurzfristig gegen Schwellungen und Entzündungen.

Reiseapotheke hängt von der Art des Urlaubs ab

Ins Gepäck gehören daneben natürlich die Mittel, die man regelmäßig einnimmt. Das können Arzneimittel gegen Bluthochdruck, Herpes und Allergien oder auch die Antibaby-Pille sein.

Wer einen Wanderurlaub plant, sollte zusätzlich Blasenpflaster mitnehmen. Für einen Tauchurlaub können Ohrentropfen sinnvoll sein. Sie sollen Entzündungen im Gehörgang durch verunreinigtes Wasser vorbeugen. Aktivurlauber auf Mountainbike- oder Klettertouren packen zusätzlich zur Grundausstattung weiteres Verbandmaterial wie sterile Wundkompressen, Einmalhandschuhe und eine Schere ein.

Die Reiseapotheke sollte sich also an den individuellen Bedürfnissen und eventuellen Vorerkrankungen der Reisenden ausrichten. Darüber hinaus sollten beim Zusammenstellen der Medikamente das Reiseziel und die medizinische Versorgung vor Ort sowie die Art der Reise (Strandurlaub, Städtetrip, Wanderurlaub etc.) bedacht werden.

Checkliste: Das gehört in die Reiseapotheke

  • individuell notwendige Medikamente
  • Schmerzmittel
  • Medikamente gegen Fieber
  • Erkältungsmittel: Medikamente gegen Halsschmerzen, Husten und Schnupfen
  • Medikamente gegen Reiseübelkeit
  • Tabletten gegen Durchfall
  • Medikamente gegen Verstopfung
  • Fieberthermometer (besonders in Ländern mit Malaria-Gefahr)
  • Medikamente gegen Allergien
  • Insektenschutzmittel und Salbe gegen Insektenstiche
  • Desinfektionsmittel
  • Wund- und Heilsalbe
  • Pflaster, Verbände, Mullbinden, Schere, Einmalhandschuhe

Sinnvoll können je nach Art des Urlaubs ebenfalls sein:

  • Sonnenschutz: Sonnencreme, Sonnenbrille, Kopfbedeckung und After-Sun-Lotion
  • Mittel gegen Sonnenbrand und Sonnenstich
  • Ohrentropfen
  • Ohrstöpsel gegen Lärm
  • Blasenpflaster (wenn Sie im Urlaub viel zu Fuß unterwegs sind)
  • abschwellendes Nasenspray (kann bei Flugreisen den Druckausgleich erleichtern)
  • Zeckenpinzette oder -karte
  • Salbe gegen Prellungen und Eisspray
  • Augentropfen (besonders für windige oder staubige Destinationen)
  • Cremes gegen Fußpilz
  • Mittel gegen Lippenherpes
  • Antibiotika
  • Moskitonetz
  • Malariatabletten (falls Sie in ein Malariagebiet reisen)

Wenn Sie mit Baby oder Kind verreisen

Reiseapotheke in Coronazeiten

Wegen des Coronavirus sind derzeit vor einer Reise besondere Vorkehrungen zu treffen. Auf keinen Fall vergessen sollten Sie genügend FFP2-Masken. Packen Sie am besten eine Maske pro Tag und Person ein.

Ebenfalls wichtig ist Desinfektionsmittel für Hände und Flächen. Denken Sie auch an ein Fieberthermometer, um im Zweifel prüfen zu können, ob Sie das typische Symptom einer Coronaerkrankung haben. Machen Sie sich zudem vorab mit den Bestimmungen vertraut, die rund um Corona in Ihrem Urlaubsland gelten.

Nicht vergessen: Ein Mundschutz kann vor dem Coronavirus schützen. (Quelle: elenaleonova/getty-images-bilder)

So lagern Sie Medikamente auf der Reise

Im Auto sollte man Arzneimittel vor allem im Sommer möglichst kühl lagern, rät der ABDA. “Entweder man packt sie in eine Kühlbox oder unter den Beifahrersitz. Dort bleibt es auch bei Sonneneinstrahlung relativ kühl.” Wer mit dem Zug verreist, packt die Reiseapotheke idealerweise in eine Tasche, die man am Sitzplatz bei sich hat.

Achtung vor gefälschten Medikamenten aus dem Ausland

Bei Reisen in die Ferne kommt noch mehr auf die Packliste. “Für Fernreisen ist ein Antibiotikum, das gegen verschiedene Arten an Beschwerden hilft, oft sinnvoll”, sagt Tropenmediziner Jelinek. Alles, was man aus Deutschland mitnehmen kann, sollte auch eingepackt werden.

In vielen Regionen der Welt ist die medizinische Versorgung schlechter als man es gewohnt ist. Außerdem ist Achtung geboten: Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind rund zehn Prozent der weltweit im Umlauf befindlichen Medikamente gefälscht – und das oft so gut, dass man die Fälschung äußerlich nicht vom Original unterscheiden kann. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Im Ausland sind die Namen von Arzneimitteln und Wirkstoffen manchmal anders als in Deutschland.

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